Religion

Papst beklagt Suizide unter Jugendlichen in Südkorea

Papst Franziskus hat die wachsende Suizidrate unter Jugendlichen in Südkorea beklagt.

Bei einem Treffen mit Teilnehmern des VI. Asiatischen Jugendtags im südkoreanischen Wallfahrtsort Solmoe am Freitag sagte er, eine „geistige Wüste“ scheine den jungen Menschen die Hoffnung und in „allzu vielen Fällen sogar ihr Leben“ zu nehmen. Inmitten von immensem materiellen Reichtum herrschten oft geistige Armut, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit.

Südkorea hat eine der höchsten Suizidraten weltweit. Nach aktuellen Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt sie bei 33,3 Personen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland sind es 10,8. Entgegen dem internationalen Trend nehmen in Südkorea Selbsttötungen zu. Sie sind inzwischen die vierthäufigste Todesursache.

Franziskus mahnte die Jugendlichen, sich ihre Hoffnung auf eine bessere Welt nicht rauben zu lassen. Nach dem christlichen Glauben könne der Geist Jesu auch die scheinbar hoffnungslosesten Situationen zum Guten wenden. Das „Unkraut des Egoismus, der Feindseligkeit und der Ungerechtigkeit“ sei allerdings nicht nur in der Gesellschaft, sondern oft auch im eigenen Herzen zu finden, so der Papst.

Begrüßt wurde Franziskus bei dem Treffen stellvertretend von Jugendlichen aus Kambodscha, Hongkong und Südkorea, die aus ihrem Leben als Katholiken berichteten. Auf dem VI. Asiatischen Jugendtag sind seit Mittwoch 6000 Teilnehmer aus 22 Ländern zu einem Programm aus Gebet, Diskussionen und kulturellen Veranstaltungen versammelt. Die Zusammenkunft ist der offizielle Anlass der Reise von Franziskus nach Südkorea. Es ist das erste Mal, dass ein Papst an einem der Treffen teilnimmt.