Konjunktur

Deutsche Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal

Erstmals seit mehr als einem Jahr ist Deutschlands Wirtschaft geschrumpft.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Auch in der Eurozone bliebt das Wachstum aus. Ein Grund für die stotternde Konjunktur in der Bundesrepublik war den Statistikern zufolge ein schwächelnder Außenhandel: Die Exporte seien nicht so stark gestiegen wie die Importe. Außerdem seien zuletzt die Investitionen insbesondere im Baubereich deutlich gesunken.

Dies sei zum Teil eine Folge der „extrem milden Witterung“ im ersten Quartal, wegen der Bauherren Investitionen ins erste Quartal vorgezogen hätten. Diese fehlten der Wirtschaftskraft dann im zweiten Quartal. Die Investitionen hatten das BIP im ersten Quartal steigen lassen, neuen Berechnungen des Bundesamts zufolge hatte es von Januar bis März um 0,7 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Wirtschaft im zweiten Quartal zwar an Dynamik, legte aber insgesamt zu, wie die Statistiker betonten: Das BIP lag um 0,8 Prozent höher als im zweiten Quartal 2013.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) begründete den Rückgang auch mit den Krisen im Nahen Osten und in Osteuropa. Die Risiken aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld hätten sich „fraglos erhöht“, so Gabriel. Er zeigte sich aber optimistisch, dass die Wachstumsraten „im weiteren Verlauf des Jahres wieder in den positiven Bereich zurückkehren“.

Das Institut für Wirtschaftsforschung gab sich pessimistischer: „Möglicherweise ist die deutsche Wirtschaft wegen der Krisen bereits in eine leichte Rezession abgeglitten“, erklärte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Sollten die internationalen Krisenherde aber unter Kontrolle bleiben und sich zudem die Wirtschaft im Euroraum erholen, „dürfte die deutsche Wirtschaft rasch wieder auf eine moderate Aufwärtsbewegung einschwenken“, ergänzte er.