Konflikt

Irans Präsident Ruhani teilt gegen seine Kritiker aus

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat seine Kritiker aus den Reihen der religiösen Hardliner scharf angegriffen.

Die Gegner eines Atomabkommens mit der internationalen Gemeinschaft seien „politische Feiglinge“ und sollten zur Hölle fahren, sagte Ruhani am Montag bei einem jährlichen Treffen iranischer Botschafter in Teheran. „Immer wenn es zu Verhandlungen kommt, sagen einige, wir würden wanken. Nun, zur Hölle. Geht und sucht Euch ein warmes Plätzchen“, sagte Ruhani.

Die iranischen Hardliner werfen Ruhani vor, bei dem im vergangenen November erzielten Übergangsabkommen mit den fünf Vetomächten der Vereinten Nationen (UN) und Deutschland zu viele Zugeständnisse gemacht zu haben. Allerdings sprach der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Khamenei, der bei allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat, dem Verhandlerteam seine Unterstützung aus.

Das vorübergehende Abkommen, das eine Beschränkung der iranischen Atomaktivitäten und im Gegenzug eine Lockerung von Sanktionen gegen Teheran vorsieht, hätte eigentlich bis Juli durch eine dauerhafte Lösung ersetzt werden sollen. Die Verhandlungen wurden aber um vier Monate verlängert, weil sich die beiden Seiten bei Streitthemen wie dem Ausmaß der noch erlaubten Urananreicherung nicht angenähert hatten.