Unglück

Tunesische Marine rettet havarierte Flüchtlinge aus Afrika

Hunderte Migranten vor allem aus Afrika haben am Wochenende versucht, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen.

– Die tunesische Marine rettete 91 Bootsflüchtlinge auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa. Der Motor ihres Schlauchbootes sei ausgefallen gewesen, berichteten tunesische Medien. Italiens Marine nahm etwa 150 Flüchtlinge von ihren Booten auf, um sie nach Pozzallo auf Sizilien zu bringen. Unter ihnen waren der Marine zufolge Neugeborene und etwa 40 Minderjährige.

In Spanien kamen 84 Bootsflüchtlinge in sieben Booten an. Unter ihnen seien acht Minderjährige, berichteten die spanischen Rettungsdienste. 19 Insassen eines leckgeschlagenen Flüchtlingsbootes wurden von der Seenotrettung in den südspanischen Hafen Motril gebracht.

Nach Angaben der UN-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) kamen in diesem Jahr bisher mehr als 800 Menschen bei dem Versuch ums Leben, Europa über das Mittelmeer zu erreichen. 2013 lag die Zahl für das ganze Jahr bei 600. Im ersten Halbjahr 2014 hätten insgesamt 75 000 Flüchtlinge die Küsten Italiens, Griechenlands, Spaniens und Maltas erreicht – 25 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2013. Viele hätten die lebensgefährliche Reise von Libyen aus gestartet.

„Cap Anamur“-Mitgründer Rupert Neudeck bezeichnete die EU-Flüchtlingspolitik als „katastrophal“ und lobte zugleich Italiens Marine für ihre humanitäre Leistung. Die Länder in Nord- und Mitteleuropa müssten mehr Flüchtlinge aufnehmen, um Mittelmeerstaaten wie Italien, Spanien oder Malta zu entlasten, sagte er bei einer Veranstaltung seiner Organisation in Hamburg. „Die italienische Marine hat 73.000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Statt über Italien zu schimpfen, würde ich der Marine den Friedensnobelpreis verleihen.“