Steuerfahndung

Haderthauers Modellauto-Affäre weitet sich aus

In die Modellauto-Affäre um Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) hat sich auch die Steuerfahndung eingeschaltet.

Konkret geht es dabei um die Frage, ob die Gewinne der Haderthauer-Firma Sapor Modelltechnik gegenüber dem Finanzamt und einem früheren Gesellschafter bewusst geschmälert wurden, wie „Spiegel Online“ berichtete. Insgesamt gehe es nach Ermittlungen der Steuerfahndung um einen Betrag in Höhe von 143.500 Euro, den das Ehepaar Haderthauer den Behörden wie auch ihrem damaligen Mitgesellschafter Roger Ponton verschwiegen haben könnte. Dem Bericht zufolge hatten Fahnder am 21. Mai das Haus der Haderthauers in Ingolstadt durchsucht.

Weitere Dokumente schüren bei der Steuerfahndung den Verdacht, dass nicht nur Erlöse aus dem Verkauf der Modellautos unvollständig angegeben wurden. Auch sollen offenbar Ausgaben „ohne betrieblichen Anlass“ in den Gewinnaufstellungen erfasst worden sein. Darunter 2007 ein Flug in die Türkei für 1694 Euro samt Übernachtungskosten von 423 Euro für eine zweite Person neben Hubert Haderthauer. Ebenso reiste Hubert Haderthauer mit Begleitung 2008 nach Paris. Laut Flugticket soll ihn Ehefrau Christine begleitet haben. Die 1100 Euro Übernachtungskosten für die zweite Person wurden offenbar betrieblich berücksichtigt.

Christine Haderthauer war Anfang der 1990er Jahre als Gesellschafterin in die Firma eingestiegen, für die psychisch kranke Straftäter in Krankenhäusern Modellautos bauten. Hauptkonstrukteur war ein dreifacher Mörder, den Haderthauers Ehemann Hubert als Arzt im Maßregelvollzug kennengelernt hatte.