Terror

Drahtzieher der Morde an den jungen Israelis in Haft

Die israelische Polizei hat am Dienstag die Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers der Entführung und Ermordung von drei jungen Israelis Mitte Juni bekannt gegeben.

Hossam Kawasmeh sei bereits vor einem Monat unter dem Verdacht festgenommen worden, das Verbrechen geplant und organisiert zu haben, hieß es in einer Erklärung. Der Palästinenser sei im Flüchtlingslager Schuafat im Westjordanland nördlich von Jerusalem aufgegriffen worden. Israelischen Medienberichten zufolge gab Kawasmeh in der Haft zu, Geld von der radikalislamischen Hamas erhalten zu haben, um die Entführer zu rekrutieren und zu bewaffnen.

Ejal Jifrach, Naftali Frenkel und Gilad Schaer waren am 12. Juni beim Autostopp im Süden des Westjordanlandes gekidnappt und getötet worden. Die Entführer der jungen Israelis sind noch nicht gefasst. Als Hauptverdächtige nannte die Polizei am Dienstag Maruane Kawasmeh und Amer Abu Eisheh.

Bemühung um Beruhigung der Lage

Unterdessen bemüht sich Ägypten nach der Durchsetzung einer Waffenruhe im Gaza-Krieg um eine längerfristige Beruhigung der Lage. Auch am zweiten Tag der Feuerpause kam es bis zum Nachmittag nicht zu neuen Verstößen, wie eine israelische Armeesprecherin bestätigte. Israel schickte am Mittwoch rund 27.000 Reservisten wieder nach Hause.

Mit dem Schweigen der Waffen treten Bemühungen um eine Verlängerung der 72-stündigen Feuerpause in den Vordergrund, die noch bis Freitag, 8 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) dauern sollte. Israelische und palästinensische Unterhändler tauschten in Kairo über ägyptische Vermittler bereits Papiere mit ihren jeweiligen Forderungen aus. Issat al-Rischak, ein hochrangiger Hamas-Funktionär, stellte eine Verlängerung der Waffenruhe über Freitag hinaus in Aussicht. Dies hänge aber vom Verlauf der Verhandlungen mit Israel ab.

Israelische und ägyptische Unterhändler hatten am Dienstag- und Mittwochabend in Kairo über eine dauerhafte Waffenruhe beraten. Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas kategorisch ab. Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Dabei nennen sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie verlangen auch die Freilassung von Häftlingen. Unterdessen erklärten sich Deutschland, Frankreich und Großbritannien bereit, zur Stabilisierung des Gazastreifens Beamte an den Grenzübergang Rafah zu entsenden und so dessen Wiedereröffnung zu ermöglichen. Der Grenzübergang nach Ägypten ist seit der Machtübernahme der Hamas 2007 geschlossen.