Gewalt

Bundeswehrgeneral bei Anschlag in Afghanistan verletzt

Bei einem Anschlag in einer Militärakademie in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist gestern ein deutscher General verletzt worden.

Ein Attentäter in afghanischer Uniform habe das Feuer auf ausländische und einheimische Soldaten eröffnet, erklärte das Verteidigungsministerium in Kabul. Nach Angaben der Bundeswehr wurde bei dem Anschlag ein Soldat der Nato-Truppe Isaf getötet. Insgesamt 14 ausländische Militärs seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Der deutsche General habe mittelschwere Verletzungen erlitten und sei außer Lebensgefahr.

Der Vorfall ereignete sich um 9.53 Uhr MESZ in der Militärakademie Camp Qargha, wo Offiziere der afghanischen Armee ausgebildet werden. Die Isaf-Soldaten hätten sich zu einem sogenannten „Key Leader Engagement“ dort aufgehalten, sagte der Bundeswehr-Sprecher. Bei solchen Treffen kommen die ausländischen Militärs gewöhnlich mit einflussreichen Vertretern der afghanischen Gesellschaft wie Dorfältesten, Bürgermeistern oder Gouverneuren zusammen.

Wer genau an der Versammlung gestern teilnahm, war zunächst allerdings ebenso unklar wie das Schicksal des Attentäters. Es war nach Angaben aus Sicherheitskreisen der fünfte sogenannte Innentäterangriff dieses Jahres in Afghanistan. In der Vergangenheit gab es wesentlich mehr solcher Attentate, gegen die sich ausländische Truppen nur schwer wappnen können. Ein US-Soldat wurde bei diesem mutmaßlichen „Insider“-Angriff getötet, „rund ein Dutzend“ weitere erlitten Verletzungen. Vor drei Jahren wurde mit Markus Kneip schon einmal ein deutscher General bei einem Anschlag verletzt. Der Generalleutnant zählt heute zu den wichtigsten Beratern von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).