Lauschangriffe

Bund und Länder rüsten sich mit Krypto-Handys

Bund und Länder wollen einem Bericht zufolge bis zu 20.000 hochmoderne Krypto-Handys anschaffen, um sich besser gegen Lauschangriffe zu schützen.

Dies berichtete die „Bild“-Zeitung am Montag unter Berufung auf ein vertrauliches Regierungsdokument. Darin würden die 2000 Euro teuren Mobiltelefone als abhörsicher eingestuft. Sie sollten „sichere Datenübertragung und Telefonie in einem Gerät“ garantieren. „Die Verschlüsselung kann auch mit Supercomputern nicht geknackt werden“, versicherte ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Mit der Anschaffung reagiert die Bundesregierung auf die Abhöraffäre um den US-Geheimdienst NSA, der auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgehört hatte.

Schon vor einem Monat behauptete ein US-Geheimdienstler aber gegenüber der „Bild am Sonntag“ die Hochsicherheitshandys seien keinesfalls abhörsicher: „Die technischen Veränderungen der Handys beeinträchtigen unsere Arbeit nicht.“ Ob es sich bei den neuen Telefonen um den gleichen Gerätetyp handeln wird, ist unklar. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, warb dennoch für die verstärkte Nutzung von Krypto-Telefonen und mehr Kommunikationsdisziplin. „Vieles kann und sollte mehr im persönlichen Gespräch geklärt werden, ohne Telefon“, sagte Maaßen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man habe schon länger gemutmaßt, dass der US-Geheimdienst NSA „weltweit Daten erfasst, also auch Daten aus Deutschland“, sagte Maaßen.