Justiz

Weltweite Proteste: Arizona setzt Hinrichtungen aus

Nach der qualvollen Hinrichtung eines Doppelmörders in Arizona hat der US-Bundesstaat die Vollstreckung der Todesstrafe vorerst ausgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft habe angeordnet, zunächst den Fall des Todeskandidaten Joseph Wood umfassend zu klären, erklärte der Leiter der Strafvollzugsbehörde, Charles Ryan, am Donnerstag (Ortszeit). Zugleich wies er Kritik an der Hinrichtung von Wood zurück, der nach der Verabreichung der Giftinjektion noch fast zwei Stunden gelebt hatte.

Verschiedene Medien hätten den „voreiligen und falschen Schluss gezogen, dass diese Exekution, verpfuscht’ wurde“, erklärte Ryan. Das seien gänzlich Mutmaßungen, denn es gebe dafür bislang „keine medizinischen oder forensischen Beweise“. Eine von der Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, angeordnete Untersuchung habe ergeben, dass Wood während der Hinrichtungsprozedur „komatös“ gewesen sei und nicht gelitten habe.

Das für die intravenöse Verabreichung der Giftmischung zuständige Team, darunter auch ein Arzt, habe sich während der Hinrichtung mehrmals versichert, dass der Gefangene keine Schmerzen habe, erklärte Ryan. Die Daten zeigten, dass Wood bereits drei Minuten nach der Injektion „komplett ruhiggestellt“ war. Eine Autopsie habe außerdem ergeben, dass die Medikamentenmischung direkt in Woods Venen injiziert wurde. Verfehlt die Giftmischung die Venen und strömt in den Körper, kann dies zu großen Schmerzen führen.

Der 55-jährige Wood war wegen des Mordes an seiner Ex-Freundin und deren Vater im Jahr 1989 zum Tode verurteilt worden. Noch bis zuletzt hatte er versucht, seine Hinrichtung aufzuschieben, da das angewandte Mittel bislang kaum erprobt war. Hingerichtet wurde er am vergangenen Mittwoch.