Außenpolitik

Milliarden-Deal: Italien verkauft Energienetz an China

Italien treibt seine Privatisierungspläne mit dem Verkauf von Energienetzen an ausländische Investoren voran.

Die staatliche Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) führt nach eigenen Angaben derzeit mit dem chinesischen Netzbetreiber State Grid International Development (SGID) Gespräche über eine Veräußerung einer 35-prozentigen Beteiligung an der Energieholding CDP Reti. Diese hält derzeit 30 Prozent am Gasnetzbetreiber Snam, in Kürze soll ein 30-Prozent-Anteil am Stromnetzbetreiber Terna dazukommen. Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte, dass die Transaktion rund zwei Milliarden Euro wert sein könnte. Sie wäre damit eine der größten Investitionen Chinas in Italien. Mit den Einnahmen will die Regierung in Rom den Staatshaushalt entschulden und Infrastrukturprojekte finanzieren. Ein strategischer Anteil der Netze soll aber in staatlicher Hand verbleiben. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 ist die italienische Wirtschaft um neun Prozent geschrumpft.