Kriminalität

Betrug mit Kreditkarten der Absturzopfer

Niederländische Banken ergreifen Vorsichtsmaßnahmen

Während die ukrainische Regierung, Russland, die OSZE und die Separatistenführer noch immer diskutieren, wer das Trümmerfeld unter welchen Bedingungen untersuchen darf, haben niederländische Banken Konsequenzen aus den Berichten über die Absturzstelle gezogen. Der Bankenverband teilte mit, es gebe Berichte, wonach Kreditkarten der Absturzopfer vom Trümmerfeld „gestohlen“ worden seien und die Täter versucht hätten, mit den Karten der verunglückten Passagiere Geschäfte zu machen. Mögliche illegale Abbuchungen würden den Angehörigen ersetzt, so die niederländischen Banken.

Auch der Fotojournalist Filip Warwick berichtet von Plünderungen an der Absturzstelle: „Mir fiel auf, dass ich auf kein einziges Portemonnaie mit Geld gestoßen bin oder auf ein Mobiltelefon oder eine Kamera. Auf sonderbare Weise sind sie alle verschwunden“, wird Warwick im „Sydney Morning Herald“ zitiert.

Russland hat unterdessen die Verantwortung für den Abschuss zweier ukrainischer Kampfflugzeuge am Mittwoch zurückgewiesen. Die Regierung widersprach am Donnerstag Anschuldigungen aus Kiew, wonach Raketen von russischem Territorium aus abgefeuert worden seien. Solche „Fantasien der Kiewer Verantwortlichen“ dienten dazu, die Bevölkerung in die Irre zu führen, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Ein Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrates äußerte sich am Donnerstag zurückhaltender. Kiew beschuldige niemanden. Man untersuche nur alle möglichen Varianten für den Absturz, sagte er.

Ukraine vor Neuwahlen

Mitten in der schwersten Krise der Ukraine erklärte die Regierung des Landes ihren Rücktritt. Der prowestliche Ministerpräsident Arseni Jazenjuk machte damit den Weg für Neuwahlen des Parlaments frei. Als möglicher Termin gilt der 26. Oktober. Das Land steht vor tiefgreifenden Reformen. Allerdings ist wegen der seit Monaten dauernden Kämpfe gegen prorussische Separatisten im Osten unsicher, ob die Wahl überall abgehalten werden kann. Regierungschef Jazenjuk wies bei seinem Rücktritt auf die verzweifelte Lage der Ukraine hin. In der Rada waren zuvor mehrere Wirtschaftsgesetze gescheitert – auch eines, das die Beteiligung ausländischer Investoren am maroden Gastransportsystem der Ukraine ermöglicht hätte.