Untersuchung

Tod von Litwinenko soll öffentlich untersucht werden

Nach langem Zögern hat Großbritannien am Dienstag eine sogenannte öffentliche Untersuchung zum Tod des früheren russischen Geheimdienstmitarbeiters und Kremlgegners Alexander Litwinenko angekündigt.

Innenministerin Theresa May sagte vor dem Parlament in London, sie „hoffe, dass diese Untersuchung seiner Witwe ein wenig Trost geben kann“. Marina Litwinenko hatte der britischen Regierung vorgeworfen, sich mit Moskau abgesprochen zu haben, um eine Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen zu erreichen.

Litwinenko war im November 2006 im Alter von 43 Jahren an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben, nachdem er in einem Londoner Hotel mit einem russischen Agenten und einem Geschäftsmann Tee getrunken hatte. Vermutlich arbeitete er zum Zeitpunkt der Vergiftung für den britischen Geheimdienst MI6. Die britische Polizei beantragte im Verlauf der Ermittlungen bereits die Festnahme der russischen Staatsbürger Andrej Lugowoj und Dmitri Kowtun. Moskau lehnte deren Auslieferung aber ab.

Ende 2012 teilte die britische Justiz mit, die Behörden hätten ausreichend Beweise für eine Verwicklung Russlands in den Gifttod des ehemaligen Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Im Mai 2013 erklärte die Justiz, im laufenden Verfahren könne dem Verdacht auf eine Verantwortung der russischen Staatsführung nicht nachgegangen werden. Sie empfahl daher, die sogenannte öffentliche Untersuchung einzuleiten, in deren Verlauf Verdachtsmomente gegen den Kreml hinter verschlossenen Türen erörtert werden können. Vor Jahresfrist lehnte die Regierung in London das jedoch ab. Mit der Ankündigung soll nun in der Ukraine-Krise der Druck auf Russland erhöht werden.