Militär

Frankreich dehnt seine Mission gegen den Terror in Afrika aus

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Eineinhalb Jahre nach ihrer Entsendung zur Bekämpfung von Extremisten in Mali sind französische Soldaten noch immer dort präsent.

Ihr Abzug ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil: Die Mission soll auf die Bekämpfung des Terrorismus vom Atlantik bis zum Mittelmeer ausgeweitet werden. Denn das Terrorproblem in der Region ist nicht geringer geworden. Die französischen Soldaten haben die Extremisten mit Verbindungen zu al-Qaida in Mali lediglich gestört. Deren potenzielle Beziehungen zur militanten nigerianischen Gruppierung Boko Haram bereiten der französischen Regierung zunehmend Sorge.

Die neue Mission von 3000 französischen Soldaten erstreckt sich auf fünf frühere Kolonien in Nordwestafrika. Frankreich bereitet ihr gerade diplomatisch den Boden. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian traf am Mittwoch in Mali ein, Präsident François Hollande begann am Donnerstag einen dreitägigen Besuch in der Elfenbeinküste, Niger und Tschad.

Afrikaner sehen die längerfristige Entsendung französischer Soldaten mit gemischten Gefühlen. Einige in Mali betrachten sie als neokolonialen Griff nach der Macht, andere glauben, die Franzosen verlängerten die Mission nur, weil sie die im Januar 2013 begonnene Aufgabe bislang nicht erfüllt hätten. Die neue Operation unter dem Namen „Barkhane“, benannt nach einer halbmondförmigen Düne in der Sahara, bezieht Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Tschad ein. Zwar erklärte Hollande diese Woche, die ursprüngliche Mission „Serval“ in Mali sei „perfekt erfüllt worden“.

Doch kommt es weiter sporadisch zu Gewalt. Am Montag wurde ein französischer Soldat bei einem Selbstmordanschlag im Norden Malis getötet, und in den vergangenen Monaten setzten sich Tuareg-Separatisten gewaltsam gegen den Zentralstaat zur Wehr.

Das Risiko sei noch immer groß, dass sich islamistische Kämpfer in der Region entfalteten, sagte zuletzt Verteidigungsminister Le Drian. Die veränderte Strategie zielt jetzt darauf ab zu verhindern, dass die „Autobahn“ durch das riesige Gebiet, die derzeit für Drogen- und Waffenschmuggel genutzt wird, „zu einem permanenten Korridor wird, wo sich Gruppen radikaler Dschihadisten zwischen Libyen und dem Atlantik neu formieren und mit Geld versorgen können. Unsere Sicherheit steht auf dem Spiel“, erklärte Le Drian.

( AP )