Treffen

„Das Zögern muss aufhören“

35 Staaten planen in Berlin das nächste Klimaschutzabkommen

Die 250.000 Fußball-Fans hatten den Bereich erst vor wenigen Stunden verlassen, da trafen sich am Montag nahe am Brandenburger Tor die Vertreter von 35 Staaten zu einer zweitägigen Klimakonferenz. „Jedes Land steht in der Pflicht, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, sagte die Gastgeberin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und kündigte an, in diesem Jahr bis zu 750 Millionen Euro in den sogenannten Grünen Klimafonds einzuzahlen, aus dem Klimaschutzmaßnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländern unterstützt werden sollen.

Es ist das fünfte Treffen dieser Art. Der Petersberger Klimadialog, benannt nach dem ersten Tagungsort bei Bonn, soll die nächste große Klimakonferenz vorbereiten. Ziel ist ein neues internationales Abkommen. Es soll 2015 in Paris verabschiedet werden. Mehr als 190 Staaten sollen sich darin verpflichten, ihren Ausstoß von Kohlendioxid so zu verringern, dass sich die globale Temperatur um nicht mehr als zwei Grad Celsius erhöht. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) rief die Regierungen zum Handeln auf. „Das Zögern muss aufhören. Mit der Natur kann man nicht verhandeln“, sagte sie. Nur derjenige könne etwas bewirken, der Verantwortung für die Menschheit übernehme.

Hendricks wertete es als positives Signal, dass sich die USA und China beim Klimaschutz bewegten. Die beiden Länder sind allein für mehr als 40 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Sie müssen sich beteiligen, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Chinas Klimaminister Xie Zhenhua machte in Berlin deutlich, dass sich sein Land seiner besonderen Rolle bewusst ist. „Wir hoffen, dass sich alle Staaten beteiligen.“

Lange sah sich die EU in einer besonderen Verantwortung, weil die Industrienationen überproportional große Mengen Treibhausgase ausgestoßen hatten. Inzwischen aber ist China der weltweit größte Verursacher von Treibhausgas-Emissionen. In den vergangenen Jahren habe sein Land in den Ausbau von erneuerbaren Energien investiert. 24 Prozent der weltweiten Fotovoltaikkapazitäten seien in China installiert, sagte Zhenhua. Anders als Deutschland, das dabei ist, aus der Kernenergie auszusteigen, gilt in China aber auch der Ausbau der Kernenergie als Beitrag zum Klimaschutz.