Ukraine-Konflikt

Rebellen-Anführer kündigt Offensive in Ostukraine an

Nach der Rückeroberung der Separatistenhochburg Slawjansk durch die ukrainische Armee haben prorussische Rebellen eine Offensive angekündigt.

„Wir bereiten uns nicht auf eine Belagerung vor, wir bereiten uns darauf vor, zu handeln“, sagte Alexander Borodai am Dienstag dem russischen Online-Portal „Gazeta.ru“ in Moskau. Der Rückzug aus Slawjansk habe es den Rebellen ermöglicht, ihre Kräfte zu bündeln. Eine Blockade der weiterhin umkämpften Städte Donezk und Luhansk durch die Armee sei unmöglich.

Borodai ist von den Rebellen zum Ministerpräsident ihrer selbst erklärten Republik im Osten der Ukraine bestimmt worden und hält sich derzeit zu Gesprächen mit der russischen Führung in Moskau auf. Die Separatisten würden von der russischen Regierung nicht mit Geld unterstützt, sagte er. „Moskau ist keine Partei in diesem Konflikt.“

Mit der Rückeroberung von Slawjansk hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seinen bislang größten Erfolg im Kampf gegen die Separatisten errungen. Die Rebellen streben eine Unabhängigkeit von der prowestlichen Regierung in Kiew und eine Eingliederung in die Russische Föderation nach dem Vorbild der Halbinsel Krim an. Der ukrainische Vizepräsident Wladimir Groisman versprach in Brüssel Anstrengungen bei der Korruptionsbekämpfung und erbat Hilfe für die Sicherung der Ostgrenzen des Landes. „Wir ermutigen die Regierung, weitere Schritte zur Verfassungsreform, zur Dezentralisierung und zur Reform des Justizsystems zu unternehmen“, sagte der zuständige EU-Kommissar Štefan Füle am Dienstag in Brüssel bei einer Koordinierungskonferenz internationaler Geldgeber. „Jede weitere Finanzhilfe wird von den laufenden Reformanstrengungen abhängig sein.“