Studie

In Berlin leben Geringverdiener in eigenen Vierteln

In Berlin leben Geringverdiener oft zusammen in den gleichen Vierteln, in München sind die Stadtteile hingegen sozial stärker durchmischt.

Das ist das Fazit einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: „In deutschen Großstädten ist die räumliche Verteilung von Niedriglohnbeziehern sehr unterschiedlich ausgeprägt.“

Demnach bleiben die jeweiligen Einkommensgruppen in Frankfurt/Main, Leipzig, Berlin und Hamburg am stärksten untereinander. „Dagegen ist die räumliche Trennung von Menschen mit unterschiedlich hohen Löhnen in München – neben Stuttgart und Essen – am wenigsten stark ausgeprägt“, bilanzierten die Forscher.

Besonders auffällig: In Berlin bestehen etwa in Neukölln, Marzahn oder im Wedding „geschlossene Flächen von mehreren Quadratkilometern, in denen mindestens jeder dritte Beschäftigte Niedriglöhne bezieht“. In Hamburg ist diese Entwicklung schon kleinräumiger und in München sind oft nur einzelne Straßenzüge betroffen.

Einer der Faktoren ist die räumliche Verteilung von Infrastruktur und Betrieben in einer Stadt – Ärzte ziehen gerne in die Nähe ihrer Klinik, Arbeiter in die Nähe der Fabrik. Wandelt sich die Wirtschaftsstruktur, können etwa im Zuge der De-Industrialisierung Viertel mit besonders vielen Wenigverdienern entstehen – so geschehen in einigen Berliner Bezirken. München hingegen musste in der jüngeren Vergangenheit keinen größeren Strukturwandel bewältigen und blieb so homogener.