Terror

Saudi-Arabien sichert Grenze zu Irak

30.000 Soldaten mobilisiert. Gespräche zwischen dem König und US-Präsident

Saudi-Arabien hat nach einem Bericht des staatlichen Fernsehsenders Al-Arabija 30.000 Soldaten an der Grenze zum Irak stationiert. Zuvor seien dort irakische Soldaten abgerückt, berichtete der in Dubai ansässige Sender am Donnerstag. Er besitze Aufnahmen von rund 2500 irakischen Soldaten, die sich in einem Wüstengebiet östlich von Kerbela aufhielten. Sie seien von ihren früheren Posten abgezogen und hätten das Grenzgebiet zu Saudi-Arabien und Syrien unbewacht zurückgelassen, berichtete der Sender. Ein irakischer Offizier sagte in dem Beitrag, sie seien ohne Begründung abgezogen worden. Saudi-Arabien und Irak haben eine rund 800 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Der militärische Sprecher des irakischen Premierministers wies diese Berichte als unwahr zurück. Meldungen des saudi-arabischen Fernsehsenders über einen Rückzug irakischer Soldaten entsprächen nicht der Wahrheit.

Im Irak zeichnet sich offenbar die Freilassung von 32 türkischen Lkw-Fahrern ab, die von Dschihadisten als Geiseln genommen worden waren. Ein türkischer Diplomat sagte, es gebe „positive Entwicklungen“ in dem Fall. Die türkische Nachrichtenagentur Dogan meldete, die Lkw-Fahrer seien unterwegs zur irakisch-türkischen Grenze. Dort sollten sie den Behörden übergeben werden. Einer der Lkw-Fahrer sagte dem Fernsehsender NTV per Telefon, er und seine Kollegen befänden sich auf dem Weg zur Grenze und hofften, am Abend dort zu sein. Die Gruppe war Anfang Juni von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien verschleppt worden.

Am Mittwoch hatten der saudi-arabische König Abdullah und US-Präsident Barack Obama miteinander telefoniert und die Lage im Irak besprochen. Dort sind in den vergangenen Wochen sunnitische Isis-Rebellen rasch auf die Hauptstadt Bagdad vorgerückt. Die radikalen Islamisten haben weite Gebiete im Norden und Westen des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht, aber auch in Syrien einige Regionen erobert. Am Sonntag hatten die Extremisten ein Kalifat in den von ihnen kontrollierten Gebieten ausgerufen.

Das US-Präsidialamt teilte mit, Obama und Abdullah hätten über die Notwendigkeit einer Regierung der nationalen Einheit im Irak beraten. Das Land ist gespalten zwischen Schiiten, die die Regierung stellen, und Sunniten. Saudi-Arabien versteht sich als Schutzmacht der Sunniten und unterstützt die Rebellen in Syrien in ihrem Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad. Die saudi-arabische Führung bestreitet aber, den sunnitischen Aufständischen im Irak zu helfen.