Ehrendoktorwürde

Ströbele freut sich über Ehrungen für Snowden

Der NSA-Whistleblower wird von Universitäten in Berlin und Rostock ausgezeichnet

Der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele begrüßte es, dass NSA-Whistleblower Edward Snowden Ehrenmitglied der Freien Universität Berlin (FU) und Ehrendoktor der Universität Rostock wird. „Das freut mich außerordentlich, das ist eine sehr verdiente Ehrung“, sagte Ströbele der Berliner Morgenpost. „Die FU ist ja sozusagen meine Universität, dort habe ich sechs Semester studiert.“

Zudem habe es eine besondere Bedeutung, „dass gerade die Freie Universität Snowden diese Ehre zukommen lässt, da sie ja von den USA gestiftet wurde“, sagte der Berliner Politiker. Ströbele hatte im Oktober 2013 Snowden in Moskau getroffen und damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Bei dem Treffen ging es um die Frage, unter welchen Bedingungen der Whistleblower in einem Untersuchungsausschuss des Bundestages aussagen würde. Wenn er wolle, so Ströbele, habe er auch aktuell noch Kontakt zu Snowden.

Die Ehrenmitgliedschaft für Snowden beschloss der Akademische Senat der FU auf Antrag der Studierendenvertreter. Edward Snowden habe sich außergewöhnlich für Transparenz, Gerechtigkeit und Freiheit eingesetzt, hieß es. Dies sei eine „in höchstem Maße mit den Grundsätzen der FU – Veritas, Iustitia und Libertas – konforme Haltung“.

Bei der Freien Universität wird jetzt ein Schreiben an Snowden vorbereitet, in dem er über die Ehrung informiert wird. FU-Präsident Peter-André Alt respektiert grundsätzlich die Mehrheitsentscheidungen des Akademischen Senats über Ehrenmitgliedschaften, wie es weiter heißt.

Ströbele sagte, die Ehrungen zeigten auch, wie Snowdens Enthüllungen in Deutschland gesehen werden. „In Umfragen beurteilen ja 82 Prozent der Deutschen seine Leistungen positiv“, so Ströbele. Die Deutschen hätten erkannt, dass Snowden etwas für die Sicherung der Freiheit geleistet habe. Ströbele ist sich sicher, dass Snowden sich sehr freue. „Für ihn sind diese Auszeichnungen wichtig – auch für seine Stellung in den USA“, sagte der Grüne. Eine Ehrung von der FU mache auch auf der anderen Seite des Atlantiks Eindruck. Zudem hofft Ströbele, „dass die Ehrung der ehrwürdigen Universität Rostock Eindruck auf die Kanzlerin macht“. Angela Merkels Wahlkreis sei ja in Mecklenburg-Vorpommern. „Vielleicht sieht sie Snowden bald in einem anderen Licht.“

Der Rat der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock beschloss mit großer Mehrheit, die Beanstandung des Rektors Wolfgang Schareck zurückzuweisen. Somit kann Snowden Ehrendoktor werden. Snowden hatte den NSA-Skandal ins Rollen gebracht, indem er gehei-me Unterlagen über die Arbeit des Nachrichtendienstes an Journalisten übergab.