Terror

Iran bietet den USA Zusammenarbeit an

Hilfsangebot gegen die Isis-Terroristen. US-Flugzeugträger macht sich bereit

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat dem Irak Unterstützung bei der Bekämpfung der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) zugesagt. Sein Land sei bereit, dem Nachbarn im Rahmen internationalen Rechts beizustehen. Er könne sich dabei auch vorstellen, mit den USA zusammenzuarbeiten. Ruhani wies darauf hin, dass der Irak bislang noch nicht um Hilfe gebeten habe.

Ruhani betonte: „Wir werden unseren Nachbarn Irak in jeder Weise unterstützen und beraten, aber eine militärische Beteiligung ist nicht angefordert worden und steht auch nicht zur Debatte.“ Sein Land habe keine Truppen im Irak stationiert und werde auch in Zukunft dort keine Truppen stationieren.

Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf iranische Sicherheitskreise berichtet, dass der Iran drei Bataillone der Al-Kuds-Brigaden in den Kampf gegen Isis in den Irak geschickt habe. Die Al-Kuds-Brigaden sind Eliteeinheiten der Iranischen Revolutionsgarde. Die Isis-Terroristen gehören der muslimischen Glaubensströmung der Sunniten an. Die politische Führung im Irak sowie der Großteil der iranischen Bevölkerung sind Schiiten.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki appellierte in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung, im Kampf gegen Isis zusammenzustehen. „Wir sind die Kinder einer Religion“, sagte al-Maliki im Staatsfernsehen, für eine Spaltung in Sunniten und Schiiten gebe es keinen Platz. Er versprach, die Extremisten von Isis zurückzuschlagen. „Wir sind die Tapferen.“

Al-Maliki hielt die Rede in Samarra, rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad. Samarra war Mitte der Woche von Isis-Kämpfern eingenommen worden – wurde aber am Freitag von der irakischen Armee befreit. Das Militär will nun zum Gegenschlag ausholen. Inzwischen haben sich Tausende Freiwillige zum Widerstand gegen die sunnitische Terrororganisation bereit erklärt.

Die USA schicken nun angesichts der Eskalation einen Flugzeugträger in den Persischen Golf. Der Flugzeugträger George H. W. Bush solle für den Fall einer Militäroption bereit gemacht werden, so das Verteidigungsministerium am Sonnabend. Die Regierung in Washington hat zwar dem Irak Unterstützung im Kampf gegen die Extremisten angeboten. US-Präsident Barack Obama machte deutlich, amerikanische Soldaten würden nicht wieder ins Land geschickt. Für die Prüfung weiterer Optionen werde er noch einige Tage Zeit benötigen. Spekuliert wird über Luftangriffe mit Drohnen.