Länder

Zeitkorridor für die Sommerferien wird verlängert

Die Kultusminister der Länder haben mehr Spielräume für die Schulsommerferien von 2018 bis 2024 geschaffen.

Die Kultusminister der Länder einigten sich am Donnerstag nach einem Einwand Schleswig-Holsteins auf eine Ausweitung des Zeitkorridors für die Gestaltung der unterschiedlichen Ferientermine in den Ländern. Der Kompromiss sieht vor, dass in einigen Jahren die Schulferien nunmehr bereits Mitte Juni beginnen können.

Entsprechend erfreut zeigte sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) nach dem erzielten Kompromiss. Es werde nicht nur der Gesamtzeitraum für die Sommerferien von 81,6 auf durchschnittlich 84,6 Tage pro Jahr erweitert, sagte Wende. Es sei auch eine bessere Verteilung der Ferienzeiten erreicht worden. „Dank der Unterstützung meiner Länderkollegen haben wir nun einen Ferienkorridor, der für die Schulen pädagogisch sinnvoll und praktikabel ist und für die Tourismuswirtschaft eine ausgeglichene Saison über einen möglichst langen Zeitraum schafft“, sagte Wende.

Nach dem ursprünglichen Entwurf sollte der früheste Start in die Ferien am 20. Juni erfolgen. Dagegen hatten Schleswig-Holstein und auch die Wirtschaftsministerkonferenz Einspruch eingelegt, weil damit touristische und wirtschaftliche Interessen vor allem der Küstenregionen nicht ausreichend berücksichtigt seien.

Die Sommerferientermine werden von den Ländern langfristig nach einem rollierenden System festgelegt: In einem Jahr starten die einen Länder früher, im anderen Jahr die anderen. Das soll Staus auf den Straßen und Engpässe im Tourismus vermeiden. Bei der Entscheidung habe man „maßgeblich pädagogische Gesichtspunkte zugrunde gelegt“, so KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne).

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich dennoch zufrieden mit dem nun gefundenen Kompromiss: „Auch wenn wir aus Sicht des Tourismus nicht bei dem erwünschten 90-Tage-Korridor angekommen sind, so ist dies ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Meyer. Kritik kam von der Opposition. Seit Monaten hätten Meyer und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gefordert, es müssten unbedingt 90 Tage sein, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU in Kiel, Hans-Jörn Arp. „Jetzt wird Frau Wende vorgeschickt, um das traurige Ergebnis zu verkünden.“