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FDP muss sparen – und verkauft Heuss-Büste

Parteichef meistbietend abzugeben: Die abgewählte FDP-Bundestagsfraktion hat eine Bronzebüste ihres ersten Parteivorsitzenden Theodor Heuss zum Verkauf ausgeschrieben.

Die Verkaufsplattform des Bundes im Internet (Vebeg) bietet die 2008 entstandene Bronzegussarbeit derzeit öffentlich an. Interessenten können bis zum 17. Juni ein Gebot abgeben. Als Verkäufer tritt die „FDP-Bundestagsfraktion in Liquidation“ auf. Die Heuss-Büste des Künstlers Gregor Dittmer wird einschließlich eines „Stein-/Metallsockels“ angeboten.

Heuss war im Dezember 1948 zum ersten Vorsitzenden der damals durch den Zusammenschluss mehrerer liberaler Parteien neu gebildeten FDP gewählt worden. Von 1949 bis 1959 war er danach der erste Bundespräsident. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung war die Heuss-Büste 2008 für den damaligen FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle angefertigt worden. Die Fraktion habe 7000 Euro für das Werk gezahlt. Dittmer ist verärgert über den Verkauf: „Ein Unding, dass sie die Büste einfach so verscherbeln“, zitierte „Bild“ den Künstler. Auf der Vebeg-Plattform bietet die aufgelöste FDP-Fraktion zudem sieben Abgeordnetensessel aus dem alten Bonner Plenarsaal an. „Der grüne Lederbezug weist starke Gebrauchsspuren auf“, heißt es in der Ausschreibung.

Hintergrund des Verkaufsangebotes ist nicht allein die Auflösung der Fraktion, sondern auch der Sparkurs, den die Partei einschlagen muss. „Wir haben den Haushalt gegenüber 2013 um rund 30 Prozent gesenkt“, hatte Schatzmeister Hermann Otto Solms am Wochenende gesagt. Die Einsparungen entfielen je zur Hälfte auf Personal- und Sachkosten, alle Maßnahmen seien „bereits vollzogen“.