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Politik II

NSA-Whistleblower: Edward Snowden bittet Brasilien um Asyl ++ Erdbeben-Gefahr: Warnung vor nuklearer Katastrophe in Japan ++ Religion: Sudanesische Christin bleibt weiter in Todeszelle

Edward Snowden bittet Brasilien um Asyl

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat den brasilianischen Staat nach eigenen Worten offiziell um Asyl gebeten. Einen entsprechenden Antrag habe er bei den Behörden des Landes eingereicht, sagte Snowden in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders Globo. Sein auf ein Jahr begrenztes politisches Asyl in Russland laufe Ende August ab, insofern wäre er „glücklich“ über ein Folgeangebot aus dem südamerikanischen Land. „Ich würde liebend gerne in Brasilien leben“, sagte Snowden dem TV-Sender. Das Interview gab der IT-Spezialist zusammen mit dem Journalisten Glenn Greenwald. Asylanträge hat Snowden nach eigenem Bekunden in mehreren Ländern gestellt.

Warnung vor nuklearer Katastrophe in Japan

Japan droht im Falle eines neuen schweren Erdbebens nach Ansicht des früheren Ministerpräsidenten Naoto Kan eine zweite nukleare Katastrophe wie in Fukushima. „Die Stromkonzerne sollen zwar hohe Mauern gegen Tsunamis bauen und ein Stromversorgungsfahrzeug auf Anhöhen postieren. Dennoch bleibt die Wahrscheinlichkeit eines sehr großen Erdbebens unverändert bestehen, und die Sicherheitsmaßnahmen, die bislang getroffen wurden, sind überhaupt nicht ausreichend“, sagte Kan. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es bei einem schweren Beben in der Region Tokai „zu einem ebensolchen Unfall (wie in Fukushima) beziehungsweise zu einem noch größeren Unfall kommt“, warnte Kan.

Sudanesische Christin bleibt weiter in Todeszelle

Die zum Tod verurteilte sudanesische Christin Mariam Jahia Ibrahim Ishag kommt vorerst nicht frei. Über ihre Haftentlassung könne nur ein Berufungsgericht entscheiden, teilte das Außenministerium in Khartum laut BBC mit. Die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ in Göttingen kritisierte die Entscheidung. Von einer unabhängigen Rechtsprechung könne im Sudan keine Rede sein, teilte die Organisation am Montag mit. Am Sonnabend hatten Agenturen unter Berufung auf das sudanesische Außenministerium berichtet, die wegen Glaubensabfalls vom Islam verurteilte 27-Jährige, die erst vergangenen Dienstag ihr zweites Kind zur Welt brachte, solle aus dem Gefängnis entlassen werden.