Kriminalität

Nur jeder vierte Internet-Straftäter wird gefasst

Die Kriminalität im Netz boomt. Ermittler zählten 2013 bundesweit rund 64.500 Fälle

Im Zeitalter vor Erfindung des Internets funktionierte Schutzgelderpressung nach der gleichen Masche. Ein Gastwirt bekam Besuch von ein paar kräftigen Männern, die ihm nahelegten, sich gegen allerlei Unglück zu versichern. Weigerte sich der Wirt, regelmäßig Prämie zu zahlen, flog irgendwann ein Ziegelstein durch das geschlossene Fenster. Oder eine Gruppe Rocker veranstaltete ihr Grillfest vor dem Eingang.

Die Zeiten haben sich geändert, längst gibt es bei der Schutzgelderpressung neue Methoden. Verbrecher müssen nicht mehr persönlich beim Gastwirt vorbeischauen. Es reicht, sich an den Computer zu setzen. Online-Erpressungen sind heutzutage ein einträgliches Geschäftsmodell. Sie sind Teil der Internetkriminalität, die als Kriminalität mit Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) erfasst wird. Auch hier häufen sich die gemeldeten Straftaten, Fahndungserfolge sind hingegen eher selten. Das zeigt die neueste Kriminalstatistik, die Innenminister Thomas de Mazière (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellen will und die der Berliner Morgenpost bereits vorab vorliegt.

Deutschlands Ermittler zählten 2013 bundesweit rund 64.500 Fälle von Internetkriminalität im „engeren Sinn“. Diese liegt damit auf Rekordniveau, gegenüber den bereits hohen Vorjahreszahlen ist sie um 0,7 Prozent angestiegen. Aufgeklärt werden konnte 2013 nur jeder vierte Fall, die Aufklärungsquote fiel sogar leicht. Unter dem Oberbegriff der Internetkriminalität fasst die Polizei verschiedene Delikte zusammen: etwa Computerbetrug, die Computersabotage oder wenn Kriminelle Daten abfangen oder ausspähen.