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Studie: Deutsche wollen mehr Geld für Schulen. Bayern schneidet gut ab

Zwei von drei Deutschen wünschen sich von der Regierung höhere Ausgaben für Bildung. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Länder, des Bundes und der Europäischen Union hervor. In der „Schulstudie 2014 – Wie Deutschland über Schule denkt“ wurden 2000 Einwohner aus allen Bundesländern befragt. Die Anzahl der Befragten eines Landes entspricht dabei in etwa dem Anteil des Landes an der Gesamtbevölkerung. Ein Viertel der Befragten hat schulpflichtige Kinder, zwei Drittel Abitur oder einen Realschulabschluss. Es ist die erste repräsentative Umfrage zum Thema Schulpolitik seit 2007.

Neben mehr Geld für Bildung fordern 40 Prozent höhere Ausgaben für Familien, Gesundheit (23 Prozent) und das Schaffen von Arbeitsplätzen(19). Umgekehrt wären 35 Prozent einverstanden, wenn Geld für Steuersenkungen oder den Schuldenabbau (21 Prozent) eingespart würde. Nur ein Prozent fordert finanzielle Abstriche bei der Bildung.

Rund die Hälfte der Befragten hält Bayern für das Bundesland mit der besten Schulbildung, gefolgt von Baden-Württemberg und Sachsen mit jeweils neun Prozent. Die Gründe unter anderem: höhere Anforderungen an Schüler und Lehrer, eine überlegtere inhaltliche Ausbildung und eine bessere finanzielle Situation.

Nur ein Prozent für Berlin

Berlin wird nur von einem Prozent der Befragten als Bundesland mit der besten Bildung gesehen, dasselbe gilt für Brandenburg. Das Resultat: ein Platz im Länder-Mittelfeld. Dazu sagt Michael Schierack, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag: „Es ist bezeichnend, dass die Menschen nach 25 Jahren SPD-Verantwortung die beste Schulbildung in unionsgeführten Bundesländern sehen. Es wird Zeit, dass in Brandenburg die Bildungspolitik besser wird – für die Schüler, Lehrer und Eltern im Land.“

Fast 80 Prozent der Deutschen sehen große Unterschiede in der Schulbildung zwischen den Ländern. Nur ein Viertel ist der Meinung, dass der Wettbewerb zwischen den Bundesländern zu mehr Qualität im Bildungsbereich führt. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt dieser Anteil mit 37Prozent etwas höher. Befragte aus den alten Bundesländern sind häufiger „sehr zufrieden“ mit der Schulausstattung (15 Prozent) als die aus den neuen (sieben).

Insgesamt sehen die Befragten den größten Verbesserungsbedarf im Lehrermangel (59 Prozent), der Lehrerausbildung (55) und bei der individuellen Förderung der Schüler (43). Knapp drei Viertel erachten das Leistungsprinzip als unverzichtbar für eine erfolgreiche Schulbildung, ein ebenfalls hoher Anteil befürwortet Kopfnoten (82 Prozent), das Lernen von Schreibschrift in der Grundschule(81), die duale Ausbildung (79) und die Erteilung von Noten für Leistungen(81). 76 Prozent wollen, dass das „Sitzenbleiben“ beibehalten wird.

Julia Klöckner, CDU-Fraktionschefin in Rheinland-Pfalz, ist überzeugt: „Qualitäts- statt Strukturdebatten müssen im Mittelpunkt stehen. Und das heißt: Erst einmal volle Unterrichtsgarantie gewährleisten bevor Neues aus dem Boden gestampft wird.“

Mit 92 Prozent fällt der Wunsch nach dem Erhalt des Gymnasiums als Schulform besonders deutlich aus. Gut schneiden auch die Ganztagsschulen ab: 62 Prozent wünschen sich diese mit freiwilligen Angeboten am Nachmittag. Nur ein Fünftel ist dabei für eine verpflichtende Teilnahme. Rund die Hälfte möchte, dass Ganztagsschulen bis zum Ende der zehnten Klasse angeboten werden.

89 Prozent halten zudem die Förderschulen für einen wichtigen Bestandteil eines ganzheitlichen Bildungssystems. Klöckner: „Die Befragten wollen keine Inklusion mit der Brechstange, sondern auch weiterhin Wahlfreiheit, den Bestand der Förderschulen.“ Allerdings weiß fast jeder zweite Befragte nicht, was Inklusion – also der von einer UN-Konvention verlangte gemeinsame Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten – eigentlich bedeutet.