Bürgerkrieg

Syrische Rebellen werfen Armee Einsatz von Chlorgas vor

Rebellen und Ärzte haben der syrischen Armee erneut den Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen.

Ein Vertreter der Aufständischen sagte der Nachrichtenagentur AFP, in der westlichen Provinz Hama hätten Regierungstruppen am Donnerstag aus Hubschraubern heraus Fassbomben mit Chlorgas abgeworfen. Der Rebellenvertreter sagte weiter, es habe sich um einen Vergeltungsangriff gehandelt, weil die Einwohner der Stadt Kafr Sita den Aufständischen erlaubt hätten, den Ort als Basis für ihre Einsätze in der Region zu nutzen. Aus der ebenfalls im Westen liegenden Provinz Idlib wurden Videos verbreitet, in denen zu sehen war, wie Patienten, unter ihnen Kinder, wegen Atemwegsbeschwerden behandelt wurden. „Wir sind sicher, dass Chlorgas eingesetzt wurde“, sagte ein Arzt.

Entsprechende Vorwürfe gegen die syrische Führung hatten sich zuletzt gehäuft. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach in der vergangenen Woche von „starken Hinweisen“ auf Einsätze von Chlorgas durch Regierungstruppen bei fünf verschiedenen Angriffen im Norden des Landes. Unter der Ägide der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen wird Syriens Chemiewaffenarsenal derzeit unschädlich gemacht. Eine Vernichtung von Chlorgas, das vor allem in der Industrie eingesetzt wird, ist jedoch nicht vorgesehen.

Assad dankte einer russischen Regierungsdelegation mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitri Rogosin für die politische Rückendeckung aus Moskau. Der Staatschef habe seine „Anerkennung für die russische Unterstützung des syrischen Volks in seinem Kampf gegen den Terrorismus“ zum Ausdruck gebracht, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Die Führung in Damaskus spricht im Zusammenhang mit Aufständischen von „Terroristen“.