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Politik II

USA: Gestoppte Hinrichtung heizt Debatte um Todesstrafe an ++ Nigeria: Terrorgruppe Boko Haram auf UN-Sanktionsliste ++ Afghanistan: Angriff auf indisches Konsulat – fünf Tote ++ Iran: Auch Foto-App Instagram soll nun verboten werden

Gestoppte Hinrichtung heizt Debatte um Todesstrafe an

Die vom obersten US-Gericht gestoppte Hinrichtung in Missouri hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA angefacht. Die „New York Times“ meinte in einem ungewöhnlich scharfen Kommentar am Freitag: „Es gibt keine sauberen Exekutionen.“ Die jüngste Debatte über Hinrichtungen mit der Giftspritze zeige vielmehr „die makabre Absurdität“ der Todesstrafe in den USA. Hinrichtungen mit einem Giftcocktail seien ebenso problematisch wie auf dem elektrischen Stuhl. Am Mittwoch hatte der Supreme Court entschieden, dass der Mörder Russell Bucklew in Missouri vorerst nicht exekutiert werden darf. Der 46-Jährige hatte gesundheitliche Probleme geltend gemacht, die eine Exekution mit einem Giftcocktail quälend machen könnten.

Terrorgruppe Boko Haram auf UN-Sanktionsliste

Nach der Entführung von mehr als 200 Schulmädchen haben die Vereinten Nationen Sanktionen gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in Nigeria verhängt. Der Sicherheitsrat setzte die Gruppe auf die Sanktionsliste für Al-Qaida-Unterstützer. Das hat ein Waffenembargo und die Sperrung von Konten zur Folge. Das sei ein wichtiger Schritt der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus, so die britische UN-Vertretung. Mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation überfielen am Donnerstag erneut ein Dorf im Nordosten Nigerias. Dabei starben 27 Menschen, berichteten lokale Medien. 80 Elitesoldaten aus den USA sollen bei der Suche nach den entführten Schülerinnen helfen.

Angriff auf indisches Konsulat – fünf Tote

Sicherheitsleute haben einen Angriff auf das indische Konsulat in der westafghanischen Provinz Herat abgewehrt und fünf bewaffnete Extremisten erschossen. Die Männer hätten die Vertretung am Freitag mit Schusswaffen und Panzerfäusten attackiert, teilte die Polizei mit.

Zwei Polizisten seien verletzt. Unter den Mitarbeitern des Konsulates gebe es keine Opfer. „Der Kampf endete, als der letzte der fünf Angreifer erschossen war“, sagte Abdul Raouf Ahmadi, Polizeisprecher der Provinz. Erst am Vortag hatte Afghanistans scheidender Präsident Hamid Karsai bekannt gegeben, dass er zur Vereidigung des neuen indischen Premierministers Narendra Modi nach Neu-Delhi reisen werde.

Auch Foto-App Instagram soll nun verboten werden

Der Iran will nach den sozialen Netzwerken jetzt wohl auch Instagram verbieten. Es habe mehrere Anzeigen wegen Verletzung der Privatsphäre gegeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der persischen Nachrichtenagentur Mehr: „Die Staatsanwaltschaft hat das Urteil dem Telekommunikationsministerium zur Umsetzung des Verbots übermittelt.“ Offiziell wurde der Bericht zunächst nicht bestätigt. Im Iran streiten die Regierung, die Internet-Aufsichtsbehörde und die Justiz über den Umgang mit Internetdiensten. Die Regierung von Präsident Hassan Ruhani ist gegen das Verbot von sozialen Netzwerken.