Kirche

Vereinte Nationen: Vatikan haftet weltweit für pädophile Priester

Das Antifolterkomitee der Vereinten Nationen hat den Vatikan zu einem entschlosseneren Vorgehen gegen Kindesmissbrauch durch Kirchenvertreter aufgefordert.

Der Vatikan sei für Missbrauchsfälle durch katholische Kleriker weltweit haftbar. Die Verantwortung eines Staates für das Tun oder Unterlassen von Amtsträgern erstrecke sich auch auf Bedienstete im Ausland, urteilte das UN-Antifolterkomitee. In einem am Freitag in Genf veröffentlichten Bericht drängte das Gremium die Kirchenführung, „effiziente Maßnahmen“ zu ergreifen, um das Verhalten von Priestern und Laien zu überwachen. Die Verantwortlichen müssten in jedem Fall, der ihnen bekannt werde, pädophiles Verhalten stoppen und bestrafen. Kirchenvertreter, denen sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen werde, müssten „umgehend von ihren Ämtern suspendiert werden“, forderte das Komitee, das sich neben Folter auch mit anderen Fällen grausamer Behandlungen von Menschen befasst. Beschuldigte Priester dürften nicht in andere Kirchengemeinden versetzt werden, weder im In- noch im Ausland. Denn dies berge die Gefahr, dass sie Ermittlungen und einer Bestrafung entkommen könnten. Auch müsse der Vatikan bei Verdachtsfällen stets staatliche Ermittlungsbehörden einschalten. Opfer müssten umfassend entschädigt werden.

Das Antifolterkomitee begrüßte die von Papst Franziskus eingeleiteten Maßnahmen – dieser hatte im März eine Expertenkommission zum Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen zusammengestellt. Es gebe aber noch viele Grauzonen, hieß es in dem Bericht. Der Vatikan erklärte, er nehme den Bericht „zur Kenntnis“ und werde die Empfehlungen ernsthaft berücksichtigen.