Nachrichten

Politik II

Österreich: Papst exkommuniziert Kirchenkritikerin ++ Xinjiang: Geländewagen rast in einen Markt: mehr als 30 Tote ++ Iran: Sittenpolizei lässt sechs „Happy“-Tänzer wieder frei ++ Vereinte Nationen: Russland und China verhindern Syrien-Resolution

Papst exkommuniziert Kirchenkritikerin

Papst Franziskus hat die Vorsitzende der kirchenkritischen Bewegung „Wir sind Kirche“ in Österreich, Martha Heizer, exkommuniziert. Das bestätigte der Referent des Bistums Innsbruck, Michael Gstaltmeyr. Grund sind Privatgottesdienste ohne Priester, die Heizer in ihrem Haus in Tirol über viele Jahre hinweg veranstaltete. Auch ihr Mann wurde exkommuniziert. Sie werde den Schuldspruch nicht akzeptieren, erklärte die 67-jährige Heizer. Ihr Mann und sie seien vor allem erbittert darüber, „dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert worden wäre“, heißt es in einer Stellungnahme.

Geländewagen rast in einen Markt: mehr als 30 Tote

Bei einem Anschlag in der von Uiguren bewohnten chinesischen Unruheprovinz Xinjiang sind am Donnerstag 31 Menschen getötet und mehr als 90 weitere verletzt worden. Wie die Regionalregierung mitteilte, rasten zwei Geländewagen in einen Markt in der Provinzhauptstadt Urumqi, ein Wagen explodierte. Staatschef Xi Jinping drohte den „Terroristen“ mit einer „harten Faust“. Vertreter der muslimischen Minderheit beklagten, die Unterdrückung der Uiguren provoziere die Gewalt. Die Regionalregierung erklärte auf ihrer Website, die Geländewagen hätten Metallbarrieren durchbrochen und seien dann in eine Menschenmenge auf dem Markt gerast.

Sittenpolizei lässt sechs „Happy“-Tänzer wieder frei

Die sechs im Iran wegen eines YouTube-Videos festgenommenen Männer und Frauen sind wieder frei. Sie seien am Mittwochabend auf Kaution freigekommen, schrieb die Menschenrechtsorganisation ICHRI bei Twitter. Nur der Macher des Videos, in dem die Jugendlichen zu dem weltweit populären Lied „Happy“ getanzt hatten, befinde sich noch in Haft.

Eine der Tänzerinnen, die Fotografin Reihane Taravati, postete ein Bild mit dem Titel „Hallo, ich bin wieder da!“ auf dem Fotodienst Instagram. Den drei Männern und drei unverschleierten Frauen wird sittenwidriges Verhalten vorgeworfen.

Russland und China verhindern Syrien-Resolution

Russland und China haben mit einem Veto im UN-Sicherheitsrat verhindert, dass der Internationale Strafgerichtshof die Menschenrechtsverletzungen im syrischen Bürgerkrieg untersuchen kann. Alle anderen 13 Mitglieder des Sicherheitsrats stimmten für den von Frankreich eingebrachten Text. Damit stoppten China und Russland bereits zum vierten Mal einen Resolutionsentwurf zum Syrien-Konflikt. Eine Einigung gab es hingegen darin, die nigerianische Extremistengruppe Boko Haram als Terrororganisation einzustufen und sie wegen ihrer Verbindung zu al-Qaida auf die Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk zu setzen.