Altersvorsorge

Rente: Union wirbt um Zustimmung in den eigenen Reihen

Kurz vor der geplanten Verabschiedung am Freitag im Bundestag wirbt die Unionsführung nachdrücklich für das schwarz-rote Rentenpaket.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich überzeugt, dass trotz vieler ablehnender Stimmen in der Unionsfraktion das Paket verabschiedet werden kann. „Das scheitert nicht. Es kommt fristgerecht zustande“, sagte der CDU-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auch die CSU dringt auf Einigkeit in den eigenen Reihen.

Das Rentenpaket besteht aus Verbesserungen bei der Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder, der abschlagsfreien Rente ab 63 sowie Verbesserungen bei Erwerbsminderungsrente und Reha-Leistungen. Es kostet pro Jahr zwischen neun und elf Milliarden Euro – finanziert wird es aus der Rentenkasse. Der Zwist dreht sich um Befürchtungen von Union und Wirtschaft, die Anrechnung von Arbeitslosenzeiten auf die erforderlichen 45 Versicherungsjahre könnte Frühverrentungen Tür und Tor öffnen.

Nach der jetzigen Regelung könnten sich 61-Jährige arbeitslos melden, um dann zwei Jahre später die abschlagsfreie Rente in Anspruch zu nehmen. Das nun diskutierte rollierende Modell würde die Anrechnung von Arbeitslosenzeiten von einem bestimmten Stichtag an ausschließen. Dieser wäre aber nicht einheitlich, sondern individuell festgesetzt: jeweils genau zwei Jahre vor Eintritt in die Frührente.

Schäuble zeigte sich optimistisch: „Union und SPD haben darüber eine klare Verabredung im Koalitionsvertrag getroffen. Wo es bei der Rente mit 63 berechtigte Einwände gibt, wird nachgebessert.“

Die Deutschen würden sich mehrheitlich gerne sehr frühzeitig aus dem Berufsleben zurückziehen – wenn sie die Wahl hätten und keine Abschläge hinnehmen müssten. Nur jeder Siebte würde mit 64 Jahren noch erwerbstätig sein wollen, ergab eine Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK.