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Politik II

Vietnam: Regierungschef ruft per SMS zur Ruhe auf ++ Großbritannien: Schotten sollen mehr Rechte bekommen ++ Russland: Erneute Rakete beim Start abgestürzt

Regierungschef ruft per SMS zur Ruhe auf

Nach den schweren anti-chinesischen Krawallen in Vietnam hat Regierungschef Nguyen Tan Dung seine Landsleute per SMS zur Zurückhaltung aufgerufen. Sie sollten sich nicht zu „extremen Taten hinreißen lassen, die die Interessen und den Ruf des Landes verletzten“, hieß es in dem am Donnerstagabend geschickten Text an alle Mobiltelefonbesitzer. Aus Wut über eine chinesische Ölplattform in einem auch von Vietnam beanspruchten Gebiet im Südchinesischen Meer hatten Demonstranten hunderte chinesische und auch taiwanesische Fabriken angegriffen. Ein Chinese kam ums Leben.

Schotten sollen mehr Rechte bekommen

Der britische Premierminister David Cameron hat den Schotten noch größere Befugnisse als bislang versprochen, wenn sie bei dem Referendum im September für einen Verbleib im Vereinigten Königreich stimmen. Ein „Nein“ beim Unabhängigkeitsreferendum führe zu weiterer Dezentralisierung, ein „Ja“ dagegen „unwiderruflich“ zur Abspaltung, warnte Cameron in Glasgow. Jedem Wähler müsse klar sein, dass Schottland nur bei einem Verbleib im Königreich größere Autonomie bekommen könne. Der schottische Regierungschef Alex Salmond und seine Nationalpartei SNP setzen sich seit Monaten massiv für ein „Ja“ beim Volksentscheid am 18. September für die Unabhängigkeit ein.

Erneute Rakete beim Start abgestürzt

Eine russische Trägerrakete des Typs Proton ist erneut kurz nach dem Start mit einem Satelliten abgestürzt. Knapp zehn Minuten nach dem Start am Freitag vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur habe der Hauptantrieb der Rakete ausgesetzt, berichtete die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Auf Bildern des staatlichen Fernsehens war zu sehen, wie Rakete und Satellit über dem Pazifischen Ozean verglühten. Der rund 21 Millionen teure Telekommunikationssatellit Express-AM4P der Airbus-Tochter Astrium sollte entlegenen Regionen Russlands Zugang zum Internet verschaffen. Eine Ermittlungskommission soll nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos nun die Gründe für die neuerliche Panne untersuchen.