Sanktionen

Putin droht der Ukraine erneut mit einem Stopp der Gaslieferungen

Nach dem ersten ergebnislosen Runden Tisch zur Lösung der Ukraine-Krise haben gegenseitige Drohungen und Schuldzuweisungen die Lage geprägt.

Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte an, Russland werde der Ukraine ab dem kommenden Monat nur noch Erdgas gegen Vorkasse liefern. Die USA drohten Russland Sanktionen an, sollte Moskau an einer befürchteten Störung der ukrainischen Präsidentenwahl am 25. Mai beteiligt sein.

Ein US-Diplomat, der am Donnerstag in London an einem Treffen von Außenminister John Kerry mit seinen Kollegen aus Großbritannien, Deutschland, Italien und Frankreich teilnahm, sagte, die USA wollten bei ihrer Sanktionspolitik eher „ein Skalpell als einen Hammer“ einsetzen, um empfindliche russische Stellen in Handel, Bergbau, Energie, Verteidigung und Bankwesen zu treffen.

Russlands Drohung, dem Nachbarland Gas nur noch gegen Vorkasse zu liefern, wäre eine deutlich drastischere Maßnahme. Putin hatte das bereits im April angekündigt. Moskau werde Vorauszahlungen verlangen müssen, sollte die Ukraine nicht damit beginnen, ihre wachsenden Gas-Schulden zu begleichen, schrieb er in einem Brief an europäische Gazprom-Kunden. Die ukrainische Wirtschaft ist auf russisches Gas angewiesen. Doch das hoch verschuldete Land kann die von Russland geforderten Preise kaum aufbringen.

Unterdessen meldete Übergangspräsident Alexander Turtschinow militärische Erfolge bei zwei Scharmützeln in der Nacht zum Donnerstag. Zwei Stützpunkte der Rebellen im Osten seien erobert worden. Verletzte habe es nicht gegeben. Drei Rebellen seien gefangen genommen worden.