Krieg

Syrische Rebellen verlieren Homs an Regierungstruppen

Die bewaffnete syrische Opposition hat ihre einstige Hochburg Homs offenbar endgültig an die Regierungstruppen verloren.

Wie oppositionsnahe Aktivisten am Freitag mitteilten, einigten sich die Kriegsparteien auf eine Waffenruhe, im Zuge derer sich die Rebellen aus der westlichen Metropole zurückziehen sollen. Wenn der Rückzug erfolgt, wäre das vier Wochen vor den Präsidentschaftswahlen ein entscheidender Sieg für Staatschef Baschar al-Assad.

In der Altstadt von Homs und in umliegenden Bezirken, in denen in der Vergangenheit heftig gekämpft wurde, sei eine Waffenruhe in Kraft getreten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zuvor hatten sich beide Seiten demnach auf ein Abkommen geeinigt, das außer der Feuerpause auch den Rückzug der Aufständischen vorsieht. Betroffen sind über tausend Rebellen, die sich „in Richtung Norden der Provinz Homs“ zurückziehen sollten.

Nach dem Abzug solle die Regierungsarmee „die Kontrolle über die Gebiete wieder übernehmen“, erklärte die Beobachtungsstelle. Ein Aktivist in Homs bestätigte das Abkommen, das einen „sicheren Rückzug“ der Rebellen vorsehe. Diese dürften ihre Waffen behalten, sagte Thaer al-Chalidijeh. Noch habe der Rückzug aber nicht begonnen. Die Waffenruhe selbst soll zwei Tage andauern.

Homs galt einst als „Hauptstadt der Revolution“, da die Proteste gegen die Regierung dort besonders stark ausgeprägt waren. Im Laufe des jahrelangen Bürgerkriegs eroberte die Armee die meisten Gebiete der Stadt wieder zurück. Seit nunmehr zwei Jahren ist die Stadt von Regierungstruppen belagert, es fehlt an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Seit mehreren Monaten bekämpfen sich in Syrien verfeindete Rebellengruppen gegenseitig, vor allem geht die dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestehende islamistische Al-Nusra-Front zusammen mit dem Bündnis Islamische Front gegen die radikale Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) vor.