Kriminalität

Neuer Verdacht auf Missbrauch an der Odenwaldschule

Im aktuellen Kinderporno-Skandal an der Odenwaldschule gibt es nach Angaben des Schulleiters einen weiteren Verdachtsfall.

Nachdem ein Lehrer den Besitz von Kinderpornos zugegeben hatte, meldete die Schule am Dienstag einen weiteren Vorfall. Die Staatsanwaltschaft sei informiert. Es werde geprüft, ob die Vorwürfe strafrechtlich relevant seien. Details zum Fall und den Vorwürfen sollen aber erst an diesem Mittwoch bekannt gegeben werden. Schulleiter Siegfried Däschler-Seiler sagte, man habe seit Montag neue Erkenntnisse über den Vorfall.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, will unterdessen in den kommenden fünf Jahren Präventionsprogramme und Hilfen für Opfer sexuellen Missbrauchs deutlich ausbauen. „Es braucht Tempo und Ausdauer zugleich, wenn wir den zigtausendfachen Missbrauch an Mädchen und Jungen in den kommenden Jahren besser verhindern und den Betroffenen schneller helfen wollen“, sagte Rörig am Dienstag in Berlin. Die Betroffenengruppe „Eckiger Tisch Bonn“ und die Grünen begrüßten die Agenda des Beauftragten.

Zu seinen wichtigsten Forderungen zählt die Bereitstellung eines Hilfsfonds für Opfer von sexuellem Missbrauch. Der Beauftragte appellierte an die Länder, ihren Anteil zu leisten. Die angestrebten 100 Millionen Euro seien bis heute nicht zusammengekommen, sagte Rörig. Der Bund sei mit 50 Millionen Euro dabei. Bei den Ländern hätten sich nur wenige bereit erklärt, ihren Beitrag einzuzahlen.