Einigung

Israel alarmiert: Hamas und PLO wollen sich versöhnen

Die radikalislamische Hamas und die PLO von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben nach Jahren der Konfrontation überraschend ein Versöhnungsabkommen geschlossen.

Innerhalb von fünf Wochen solle eine Einheitsregierung gebildet und zu einem späteren Zeitpunkt Wahlen abgehalten werden, teilten Vertreter der bislang verfeindeten Gruppen am Mittwoch in Gaza mit. Eine Versöhnung der PLO mit der Hamas, die Israel zerstören will und unter deren Kontrolle regelmäßig Raketen auf den Süden des Landes gefeuert werden, könnte das Ende der derzeitigen Friedensbemühungen im Nahen Osten bedeuten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bereits erklärt, Abbas müsse sich entscheiden, ob er Frieden mit Israel oder mit den Islamisten wolle. „Man kann nur eines haben.“

Seit einem zwischen beiden Gruppen auch mit Waffengewalt ausgetragenen Konflikt wird der Gazastreifen von der Hamas, das Westjordanland von Abbas’ Autonomiebehörde regiert. „Die Ära der Teilung ist vorüber“, sagte Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija unter lautem Beifall vor palästinensischen Journalisten. Die Einigung sieht vor, dass die gemeinsame Regierung durch eine Vertrauensabstimmung im Palästinenserparlament bestätigt werden muss. Sechs Monate danach soll das Parlament neu gewählt werden. In der Vergangenheit zerschlugen sich mehrere Anläufe für eine Versöhnung beider Lager.