Reform

„Elterngeld Plus“ ohne Zustimmung des Arbeitgebers

Väter und Mütter sollen künftig ihre Elternzeit auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers flexibler planen können.

Das sieht der Referentenentwurf des Bundesfamilienministeriums zum „Elterngeld Plus“ vor. Der Entwurf, aus dem die „Schweriner Volkszeitung“ zitiert, ging am Mittwoch in die Abstimmung mit den anderen Ministerien. Ende März hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bereits ihre Vorstellungen dazu öffentlich gemacht.

Von den 36 Monaten Elternzeit, die Vätern und Müttern insgesamt zustehen, sollen künftig bis zu 24 Monate – statt wie bisher zwölf – zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden können. „Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht mehr notwendig“, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf. Die Elternzeit müsse aber in diesen Fällen mit mindestens 13 Wochen Vorlauf – statt bisher 7 – angemeldet werden. Arbeitnehmer mit Kindern könnten ihre Elternzeit den Plänen zufolge „zukünftig ohne Zustimmung des Arbeitgebers in bis zu drei Abschnitte aufteilen“.

Das „Elterngeld Plus“ soll vor allem Eltern entgegenkommen, die nach der Geburt des Kindes wieder in Teilzeit arbeiten möchten. Ähnliche Pläne waren in der schwarz-gelben Vorgängerregierung gescheitert. „Eine frühere Erwerbstätigkeit beider Partner in Teilzeit, die gleichzeitig eine (gemeinsame) Fürsorge für das neugeborene Kind ermöglicht, wird sich stärker lohnen als bisher“, heißt es nach Angaben der Zeitungen im Gesetzentwurf.

Ministerin Schwesig hatte die Eckpunkte des Entwurfs bereits im März vorgestellt. Dabei ist zudem ein Partnerschaftsbonus vorgesehen, wenn beide Elternteile parallel 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten. Schwesig hatte die Reform als ersten Schritt hin zu einer Familienarbeitszeit bezeichnet. Nach der Einführung solle es weitere Überlegungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geben.