Bildung

Klage abgewiesen: Kein Anspruch auf Ethikunterricht

Eltern haben keinen Anspruch auf Ethikunterricht für ihre konfessionslosen Kinder schon in der Grundschule

. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch auf die Klage einer dreifachen Mutter hin entschieden. Die 42-Jährige aus Freiburg hatte vom Land Baden-Württemberg verlangt, Ethik ab Klasse 1 als Alternative zum Religionsunterricht anzubieten. Ihre Kinder, die keinem christlichen Glauben anhängen, würden sonst benachteiligt. Das sahen die Bundesverwaltungsrichter anders. Das Grundgesetz schütze und privilegiere Religionsgemeinschaften in besonderer Weise. Anders als Religion sei Ethik als Unterrichtsfach nicht vorgeschrieben.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Ob Grundschüler einen Ethikunterricht besuchen können, ist daher von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ethikunterricht an Grundschulen, analog zum konfessionellen Religionsunterricht, gibt es derzeit unter anderem in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat 2006 beschlossen, Ethik als Pflichtfach ab der siebten Klasse einzuführen. In den Klassen darunter können Schüler auf freiwilliger Basis einen Ethikunterricht besuchen. In Hamburg, wo es den „Religionsunterricht für alle“ gibt, können Schüler ab der neunten Klasse das Fach Philosophie belegen. Auch im Saarland wird Ethik derzeit nicht an den Grundschulen unterrichtet.