Kirche

Tebartz-van Elst kann mit einer hohen Pension rechnen

Der Papst gewährt ihm nur eine 15-minütige Audienz

Der zurückgetretene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist am Freitag von Papst Franziskus zu einer kurzen Audienz empfangen worden. Das Treffen begann um 9.45 Uhr, bestätigte eine Sprecherin des Vatikans. Es dauerte damit höchstens eine Viertelstunde, denn der Papst wartete bereits auf einen prominenten Gast, den griechischen Präsidenten Karolos Papoulias.

Worüber Papst und Bischof bei dem privaten Treffen gesprochen haben, wurde nicht mitgeteilt, wie Radio Vatikan berichtete. Damit ist offen, ob bereits über die Zukunft des Bischofs gesprochen wurde. Der Papst hatte am Mittwoch den angebotenen Amtsverzicht Tebartz-van Elsts angenommen. „Der scheidende Bischof wird zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden“, hatte es in der Mitteilung des Heiligen Stuhls geheißen. Tebartz-van Elst trägt nach einem Prüfbericht die Verantwortung für die Kostenexplosion beim Um- und Neubau seines Amtssitzes auf rund 31 Millionen Euro.

Für die Bezüge von Tebartz-van Elst ist weiter das Bistum Limburg zuständig. Der 54-Jährige habe nun den Status eines emeritierten Bischofs, so der Sprecher des Bistums, Stephan Schnelle. Das Bistum sorge für dessen Versorgung – ähnlich wie bei Pfarrern im Ruhestand. Für die Zukunft wolle man sich am Umgang anderer Bistümer mit ihren Bischöfen im Ruhestand orientieren, sagte der Sprecher. Es soll ein „transparenter und nachvollziehbarer Modus“ gefunden werden. Der Limburger Bischof verdiente während seiner Amtszeit das Gehalt eines B8-Beamten. Das entspricht 9602 Euro brutto. „Wir prüfen derzeit, ob und in welcher Höhe der emeritierte Limburger Bischof Anspruch auf Pension hätte“, sagt Schnelle. „Dazu schauen wir uns natürlich vergleichbare Fälle an.“

Vergleichbar ist in Deutschland in der jüngeren Kirchengeschichte eigentlich nur ein Fall – der des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa. Der bekommt 5600 Euro Pension aus dem Steuergeldtopf, den der Freistaat Bayern jedes Jahr an die sieben bayerischen Bistümer überweist. Er verdiente als Bischof etwas weniger, nämlich lediglich 8000 Euro. Tebartz-van Elsts Pension beläuft sich also auf etwa 6700 Euro im Monat. Es wäre also ein weiches Polster, auf das der emeritierte Limburger Bischof fällt. „Das Bistum hat ja auch eine Verantwortung gegenüber dem emeritierten Bischof“, sagt Schnelle weiter.

Bezahlt werden die Gehälter, aber auch die Pensionen von Bischöfen und hohen Geistlichen in Deutschland im Prinzip vom Staat. Bis zum vergangenen Jahr wurden die Gehälter in Bayern sogar direkt überwiesen. Irgendwann war man die öffentliche Debatte über die hohen Bischofsgehälter leid – seit Ende 2013 überweist man nur noch einen Pauschalbetrag, was die Kirche damit macht, ist ihr überlassen. So ist es auch in Hessen, das unter preußischem Konkordat das Verhältnis zwischen Staat und Kirche geregelt hat. Von einer Pension für Tebartz-van Elsts will man im zuständigen Kultusministerium nichts wissen: „Anders als in Bayern werden in Hessen die Gehälter der katholischen Bischöfe weder unmittelbar durch den Staat und noch mittelbar im Wege einer Personaldotation gezahlt“, sagt Christian Henkes vom hessischen Kultusministerium. „Vielmehr legt die katholische Kirche die Bezüge ihrer Würdenträger in eigener Zuständigkeit und Verantwortung fest.“ Und weiter: „Wie die künftigen Bezüge des emeritierten Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst bemessen sein werden, ist hier nicht bekannt.“