Amtsverzicht

Tebartz-van Elst trägt die Schuld am Bauskandal

Papst nimmt Rücktritt des Limburger Bischofs an

Der mit Spannung erwartete Bericht zu den ausufernden Baukosten für den Limburger Bischofssitz geht mit Franz-Peter Tebartz-van Elst hart ins Gericht: Der Bischof trage die Hauptschuld für den Bauskandal, bei dem sich die Kosten im Laufe des Projektes versechsfacht hatten. Er sei stets über die horrenden Preissteigerungen auf dem Domberg informiert gewesen, stellt die Bischofskonferenz fest.

Bischof und Domkapitel hätten geltendem Recht „in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen“, heißt es weiter. Tebartz-van Elst habe die Kontrollgremien des Bistums durch eine Satzungsänderung gezielt außer Kraft gesetzt. „Die Ausgestaltung des Bauprojekts in der ihm eigenen Wertigkeit geht vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs zurück“, heißt es im Bericht. Danach gab Tebartz-van Elst etwa 213.000 Euro für ein Wasserbecken für Zierfische aus und 1,7 Millionen Euro für die Ausführung von Fensterrahmen in Bronze. Kostenfragen sei der Bischof „ganz bewusst ausgwichen“.

Der Papst hatte kurz zuvor entschieden, dass der beurlaubte Bischof nicht in sein Amt nach Limburg zurückkehren darf. In der Diözese sei es zu einer Situation gekommen, „die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes“ durch Tebartz-van Elst verhindere. Der Heilige Stuhl habe deshalb den von dem Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen. Papst Franziskus sagte, ein Bischof oder ein Priester, der seiner Gemeinde nicht diene, handele falsch.

Der Papst hatte dem 54-Jährigen bereits im vergangenen Oktober eine Auszeit außerhalb des Bistums verordnet. Bis zur Klärung der Vorwürfe war Tebartz-van Elst beurlaubt worden und hatte sich in ein Kloster nach Niederbayern zurückgezogen, das er inzwischen verlassen hat. Wo er sich im Moment aufhält, ist unklar. Er werde zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut, erklärte der Vatikan.

Der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe soll nach dem Amtsverzicht von Tebartz-van Elst vorübergehend das Bistum Limburg leiten. Der Vatikan ernannte ihn am Mittwoch zum Apostolischen Administrator – damit übernimmt der 74-Jährige bis auf weiteres die Aufgaben von Tebartz-van Elst.