Terror

Berliner Islamist an Anschlag in Türkei beteiligt

18-Jähriger gehört zu Gruppe, die al-Qaida nahesteht

Es geschah am 20. März in der Provinz Niğde in Zentral-Anatolien. Ein Pick-up-Truck raste auf eine Straßensperre der türkischen Polizei zu. In dem Fahrzeug saßen drei Männer. Einer von ihnen eröffnete urplötzlich mit einem Sturmgewehr das Feuer. Ein türkischer Gendarmerie-Soldat, ein Polizist und ein Lastwagenfahrer starben bei dem Angriff, fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Türkische Sicherheitsbehörden konnten die Angreifer nach der Bluttat festnehmen. Es handelt sich um den 18-jährigen Benjamin X. aus Berlin, den 23-jährigen Cendrim R., einen gebürtigen Mazedonier aus der Schweiz sowie Muhammed Z., einen 18-jährigen Mazedonier. Im Fahrzeug fand die Polizei drei Kalaschnikow-Sturmgewehre, sieben Handgranaten, zwei Schalldämpfer und drei Messer. Die Attentäter werden verdächtigt, Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ zu sein – eine Gruppe, die al-Qaida nahe steht. Offenbar, so die türkischen Ermittler, hatten sich die Extremisten in Syrien am Bürgerkrieg beteiligt und waren von dort aus in die Türkei eingereist.

Am Dienstag wurden Benjamin X., Cendrim R. und Muhammed Z. einem Haftrichter vorgeführt. Der Todesschütze Cendrim R. zeigte vor Gericht keine Reue und verteidigte seine Tat. Er sei niemandem „außer Allah“ eine Rechenschaft schuldig, so R., die Türkei sei durch ihre Mitgliedschaft in der Nato ein legitimes Angriffsziel.

Der Berliner Benjamin X. saß wohl während des Angriffs am Steuer des Autos. Er erklärt vor Gericht, nichts von dem geplanten Attentat gewusst zu haben. „Als wir den Checkpoint erreichten, nahm er hinter meinem Rücken die Waffe hoch und eröffnete das Feuer“, sagte Benjamin X. über den mutmaßlichen Schützen. „Als ich ihn fragte, was los sei, schrie er mich an und befahl, ich solle den Truck fahren.“

Deutsche Sicherheitsbehörden sind von den türkischen Behörden über die Verhaftung des Berliners informiert worden. Benjamin X., Sohn einer chinesischen Mutter und eines deutschen Vaters, gilt in Sicherheitskreisen als überzeugter Islamist. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen ihn. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes reiste X. im vergangenen Jahr von Deutschland aus in die Türkei und anschließend nach Syrien. Der Berliner gehört damit zu den rund 300 Islamisten aus Deutschland, die laut Sicherheitsbehörden seit Beginn des Bürgerkrieges nach Syrien gereist sind, um sich am bewaffneten Kampf zu beteiligen.