Anschlag

Taliban erschießen neun Menschen in Kabuler Luxushotel

Trotz höchster Sicherheitsstandards sind Taliban-Kämpfer in der afghanischen Hauptstadt Kabul in ein Luxushotel eingedrungen und haben dort neun Menschen getötet.

Unter den Opfern befänden sich Ausländer sowie zwei Kinder, denen in den Kopf geschossen worden sei, sagte der stellvertretende Innenminister Mohammed Ajub Salangi am Freitag. Die vier Angreifer im Alter von etwa 18 Jahren wurden von Polizisten getötet. Zu dem Attentat, das sich am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr (Ortszeit) ereignete, bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ihr Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, der Anschlag zeige, dass „unsere Leute, wenn sie einen Ort attackieren wollen, das auch machen können“. Die radikalislamischen Aufständischen hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, die Präsidentschaftswahl in Afghanistan am 5. April mit Anschlägen stören zu wollen.

Zwei der Getöteten kamen aus Kanada, wie das Land bestätigte. Salangi hatte zuvor gesagt, vier Ausländer aus Kanada, Neuseeland, Pakistan und Indien seien ums Leben gekommen. Die Außenministerien der drei anderen Länder bestätigten aber nicht, dass Bürger ihrer Nationalität unter den Opfern seien. Die Angreifer erschossen zudem einen weithin anerkannten und respektierten afghanischen Journalisten, der seit 2003 für die französische Nachrichtenagentur AFP aus seinem Land berichtete. Auch die Frau des 40-Jährigen und zwei ihrer Kinder kamen ums Leben. Der jüngste Sohn wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Täter hatten die Waffen in ihren Socken und den Sohlen ihrer Schuhe versteckt und am Donnerstagabend vorgegeben, dass sie im Luxushotels „Serena“ zu Abend essen wollten. In dem Restaurant fand gerade eine Feier zum persischen Neujahr Nowrus statt.