BdSt

Steuerverschwendung mit George Clooney und Hahnensperma

Die Anmoderation sitzt. „Wenn Sie wissen wollen, was Hahnensperma mit George Clooney zu tun hat, dann passen Sie jetzt gut auf“, kündigt eine Mitarbeiterin des Bundes der Steuerzahler (BdSt) die Präsentation ihres Präsidenten Reiner Holznagel an.

Steuern können ja ein recht dröges Thema sein, Holznagel weiß das, und dementsprechend stellt er die „Aktion Frühjahrsputz 2014“ mit skurril anmutenden Beispielen garniert vor.

Zusätzlich zum Schwarzbuch prangert der BdSt jedes Jahr aus seiner Sicht überflüssige Subventionen im Bundeshaushalt an. Dieses Mal summiert er die Einsparvorschläge auf 20 Milliarden Euro. So gab das Agrarministerium 280.000 Euro für farbliche Abwechslung beim Tierfutter aus. „Bisher wurden meist blaue Lupinen verfüttert, jetzt sollen zunehmend weiße und gelbe Lupinen eine Rolle spielen“, erklärt der BdSt-Präsident. Ob das Futter auch Einfluss auf den Geruch der Tiere nehme, könne er leider nicht beantworten. Doch der Steuerzahlerbund macht auch Vorschläge, bei denen es um wesentlich mehr Geld geht. So sieht er ein Einsparpotenzial von 5,7 Milliarden Euro, etwa durch einen schnelleren Ausstieg aus der unrentablen Steinkohleförderung sowie die Kürzung von Energie- und Klimasubventionen.

Bleibt die Frage, was Hahnensperma und George Clooney miteinander zu tun haben. In beiden Fällen wurden aus Sicht Holznagels Steuern verschwendet. 480.000 Euro wurden für das Einfrieren des Spermas von zwölf ausgewählten Hühnerrassen bei -196 Grad Celsius ausgegeben, um eine „für die Zukunft zentrale Hühnervielfalt“ zu sichern. Wesentlich teurer war für den Steuerzahler die Subventionierung des George-Clooney-Films „Monuments Men“, der jüngst in den deutschen Kinos anlief. Das Bundeskanzleramt förderte die Hollywood-Produktion mit ganzen 8,5 Millionen Euro. Er wolle nicht kunstfeindlich erscheinen, sagt Holznagel, offenkundig habe der Film an den Kinokassen gut funktioniert. Warum aber ein Blockbuster mit Bundesgeldern subventioniert werden müsse, sei nur schwer nachzuvollziehen.