Militär

Ukrainischer Soldat bei Angriff auf Stützpunkt getötet

Der Westen droht dem Kreml mit weiteren Sanktionen

Bei einem Angriff auf einen ukrainischen Militärstützpunkt auf der Krim ist am Dienstag nach Angaben eines Militärsprechers ein Soldat getötet worden. Ein weiterer sei verletzt worden, schrieb der Sprecher der ukrainischen Streitkräfte auf der Krim, Wladislaw Selesnew, auf seiner Facebook-Seite. Die Basis in der Hauptstadt der Halbinsel, Simferopol, sei von bewaffneten Männern gestürmt worden. Sie hätten einen Lastwagen benutzt, auf dem eine russische Fahne zu sehen gewesen sei.

Doch aus Moskau kommen andere Nachrichten: Bei dem Toten handele es sich um einen Angehörigen der prorussischen sogenannten Selbstverteidigungskräfte, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf einen Sprecher der Polizei auf der Krim. In den vergangenen Tagen hatte es auch in anderen ukrainischen Städten widersprüchliche Berichte über Schusswechsel gegeben. Die ukrainischen Soldaten auf der Krim dürfen sich mit Waffengewalt verteidigen, wenn ihr Leben bedroht ist, sagte am Abend Übergangspräsidenten Alexander Turtschinow.

Unterdessen vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama eine enge Koordinierung aller weiteren Schritte in der Ukraine-Krise. Nach einem Telefonat der beiden Politiker erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Die Kanzlerin und der Präsident sehen die von der Europäischen Union und den USA beschlossenen gezielten Maßnahmen gegen Einzelpersonen in dieser Situation als folgerichtig an.“ Sie seien sich einig, dass die einseitige Unabhängigkeitserklärung der Krim und die eingeleitete Aufnahme in die Russische Föderation gegen die territoriale Integrität der Ukraine verstießen.

US-Vizepräsident Joe Biden droht Russland mit weiteren Sanktionen. Wenn Moskau seinen Kurs nicht ändere, werde sich die „politische und wirtschaftliche Isolation vergrößern. Die USA und die EU werden weitere Sanktionen verhängen“, sagte Biden bei einem Treffen mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk in Warschau. Es sei wichtig, der Ukraine eine engere Verbindung zum Westen zuzusichern. Die USA seien bereit, der Ukraine Kreditgarantien zur Verfügung zu stellen, freie Wahlen zu sichern und ein Stabilitätspaket aufzulegen.

Preis für die Aggression

„Das russische Vorgehen auf der Krim ist eine Herausforderung für die gesamte freie Welt“, sagte Tusk nach dem Gespräch mit Biden. „Die Annexion der Krim ist nicht zu akzeptieren.“ Mit der Abtrennung der Krim von der Ukraine werde die geopolitische Situation in Osteuropa bedrohlich verändert. Biden habe angesichts dieser Veränderungen auch Polen den Rücken gestärkt. Biden habe ihm eine „Sicherheitserklärung“ für Polen gegeben, sagte Tusk. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski sagte: Wenn Putin seinen Kurs fortsetze, werde er den „Preis für die Aggression erhalten“.