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Türkei: Gülen empfiehlt Erdogan Koranlektüre ++ Ägypten: Mursis Sohn wegen zwei Joints vor Gericht ++ China/Deutschland: Bestürzung über Tod von Bürgerrechtlerin ++ Serbien: Opposition stürzt bei Wahlen ab

Gülen empfiehlt Erdogan Koranlektüre

Der Chef der islamischen „Hizmet“-Bewegung, Fethullah Gülen, ist nach eigenen Worten enttäuscht von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan als muslimischem Glaubensbruder. Gülen, der von Erdogan beschuldigt wird, ein Komplott gegen seine Regierung angezettelt zu haben, sagte der Zeitung „Zaman“, Anhänger von Verschwörungstheorien sollten sich mithilfe des Koran und dem Beispiel des Propheten Mohammed belehren lassen. Der 72-jährige Gülen zählte lange zu Erdogans Unterstützern, hat sich aber mit ihm überworfen.

Mursis Sohn wegen zwei Joints vor Gericht

Der jüngste Sohn des ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi muss sich wegen Drogenvorwürfen vor Gericht verantworten. Das entschied am Montag ein Staatsanwalt in der Stadt Benha. Dem 20-jährigen Studenten Abdullah Mursi werden Besitz und Konsum von Drogen vorgeworfen. Der Mursi-Sohn war am 1. März mit einem Freund festgenommen worden. Nach Angaben der Behörden wurden zwei gerollte Haschisch-Zigaretten im Auto der beiden gefunden, das am Stadtrand von Kairo geparkt war. Die Angehörigen haben die Anschuldigungen gegen den 20-Jährigen als fabriziert bezeichnet.

Bestürzung über Tod von Bürgerrechtlerin

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), hat sich tief betroffen über den Tod der chinesischen Bürgerrechtlerin Cao Shunli geäußert. „Sie war eine mutige Kämpferin für eine unabhängige Zivilgesellschaft in China“, sagte Strässer am Montag in Berlin. Die Bundesregierung und die EU hätten sich wiederholt für die medizinische Behandlung der schwer kranken Inhaftierten eingesetzt. Dies sei „leider erfolglos“ gewesen, so Strässer. Der SPD-Politiker appellierte an China, Menschenrechtsstandards einzuhalten. „Zudem fordere ich China auf, die medizinische Versorgung von Inhaftierten zu gewährleisten.“

Opposition stürzt bei Wahlen ab

Die vorgezogene Parlamentswahl in Serbien hat am Sonntag zu einem politischen Erdbeben mit einer völlig neu gestalteten Parteienlandschaft geführt. Erstmals seit 14 Jahren erreichte der Vize-Regierungschef Aleksandar Vucic mit seiner Fortschrittspartei (SNS) die absolute Mehrheit, berichteten die Medien am Montag unter Berufung auf vorläufige Auszählungen der staatlichen Wahlkommission. Die SNS wird im Parlament 157 der 250 Abgeordneten stellen. Die Opposition erlebte einen Absturz. Die Nationalisten (DSS), die Liberalen (LDP) und die Regionalpartei URS scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde. Die führende Oppositionspartei DS, früher zweitstärkste Kraft, rutschte von 25 Prozent auf knapp sechs Prozent.