Wahlen

Premier Fico muss in der Slowakei gegen Kiska in die Stichwahl

Der neue Präsident der Slowakei wird in zwei Wochen bei einer Stichwahl zwischen Ministerpräsident Robert Fico und seinem schärfsten Konkurrenten Andrej Kiska ermittelt.

Beim ersten Wahlgang erreichte Fico rund 28 Prozent, Kiska lag mit 24 Prozent nur knapp dahinter, wie am Sonntag nach der Auszählung mitgeteilt wurde. Insgesamt hatten sich zwölf Kandidaten um die Nachfolge von Staatsoberhaupt Ivan Gasparovic beworben.

In Umfragen vor der ersten Runde am Samstag hatte Fico noch bei etwa 40Prozent Zustimmung gelegen. Dennoch sagte er zum Ergebnis: „Ich habe keinen Grund, enttäuscht zu sein. Ich habe die erste Runde gewonnen.“ Sein unerwartet schwaches Ergebnis erklärte er mit der geringen Wahlbeteiligung von 43,4 Prozent. Die Stichwahl ist bereits für den 29. März angesetzt.

Fico wirbt in seinem Wahlkampf damit, dass er als Staatsoberhaupt die politische Stabilität in der Slowakei sichern könne. Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident hatte die Slowakei 2009 den Euro eingeführt.

Sein Konkurrent Kiska – ein Geschäftsmann ohne politische Erfahrung – verspricht hingegen eine Alternative für Wähler, die sich wegen Korruption von der Politik abgewendet haben. „Ich bin sicher, ich werde sie nicht enttäuschen“, versprach der 51-Jährige.

Relativ stark abgeschnitten hatte mit 20,8 Prozent auch der Konservative Radoslav Prochazka. Abgeschlagen war dagegen der 68-jährige Milan Knazk, einer der Protagonisten der Samtenen Revolution von 1989, mit 12,6 Prozent.

Aufgabe des Präsidenten der Slowakei mit ihren 5,4 Millionen Einwohnern ist es, den Ministerpräsidenten zu benennen. Zudem darf er Richter des Verfassungsgerichts ernennen und ein Veto gegen Gesetze einlegen. Das Parlament kann sich mit einer einfachen Mehrheit über das Veto hinwegsetzen.