Info

Ukraine-Krise schwächt Russland

Ex-Finanzminister Schon vor der Entscheidung westlicher Staaten über Sanktionen gegen Russland wegen der Krim-Krise ist nach Einschätzung des ehemaligen russischen Finanzministers Alexej Kudrin eine Schwächung der russischen Wirtschaft eingetreten. „Schon jetzt kann ich versichern, dass die Kredithähne für Russland gerade zugedreht werden“, sagte Kudrin am Freitag. Die ohnehin schwache Konjunktur könne weiter gedrosselt werden, sodass in Russland mit einem Nullwachstum zu rechnen sei.

Kredite Die von russischen Unternehmen im Ausland aufgenommenen Kredite beliefen sich auf eine Gesamtsumme von 700 Milliarden Dollar (gut 500 Milliarden Euro), sagte Kudrin. Es sei damit zu rechnen, dass einige Kredite nicht mehr an Russland vergeben und Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen Partnern gestoppt würden. „Das hat bereits begonnen“, erklärte Kudrin weiter.

Sanktionen Bei einer Verhängung harter Sanktionen durch den Westen rechne er bereits für die erste Jahreshälfte mit einer Kapitalflucht im Umfang von 50 Milliarden Dollar, hieß es in Kudrins Erklärung weiter. Die Europäische Union hat bisher Verhandlungen über Visaerleichterungen und über ein Partnerschaftsabkommen auf Eis gelegt. Auf einem Außenministertreffen am Montag soll über eine Ausweitung der Sanktionen beraten werden.