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Reform: China will Einfluss der Partei auf Justiz einschränken ++ Isolation: Vereinigte Arabische Emirate bekämpfen Muslimbrüder ++ Unterernährung: Mehr als 100 tote Kinder bei Hungersnot in Pakistan ++ Autonomie: Gambia will Englisch nicht mehr als Amtssprache ++ Attentat: Mindestens 45 Tote bei Selbstmordanschlag im Irak

China will Einfluss der Partei auf Justiz einschränken

China will nach einer Reihe von Fehlurteilen offenbar den Einfluss der Kommunistischen Partei auf die Justiz beschneiden. So dürfe der Politik- und Rechtsausschuss der Partei künftig nicht mehr wie bisher in die meisten Justizfälle eingreifen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit würde die Macht des wichtigsten Parteigremiums beschränkt. Der Schritt sei aber noch nicht öffentlich verkündet worden. Die Kommunistische Partei behalte sich zudem in politisch sensiblen Fällen das letzte Wort vor. Auch die Todesstrafe soll künftig seltener verhängt werden dürfen.

Vereinigte Arabische Emirate bekämpfen Muslimbrüder

Der Druck auf die Muslimbruderschaft des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi steigt: Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten an, die Entscheidung Saudi-Arabiens zu unterstützen, das die vor allem in Ägypten aktive Gruppe zur Terrororganisation erklärt hatte. Man werde mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten, um mit diesen terroristischen Gruppen fertig zu werden, indem alle Arten materieller und moralischer Unterstützung eingestellt würden. Saudi-Arabien hatte die Muslimbruderschaft am Freitag zur Terrororganisation erklärt.

Mehr als 100 tote Kinder bei Hungersnot in Pakistan

Nach dem Tod von mehr als 100 Kindern aufgrund einer Hungersnot schicken die pakistanischen Behörden Hilfslieferungen in den Süden des Landes. Ministerpräsident Nawaz Sharif habe die Streitkräfte angewiesen, Ärzteteams in die Thar-Wüste in die südliche Provinz Sindh zu bringen, teilte sein Büro am Wochenende mit. Grund seien Medienberichte, wonach dort in den vergangenen drei Monaten 122 Kinder an den Folgen von Unterernährung ums Leben gekommen seien. Einheimische erzählten dem pakistanischen Fernsehen, dass die meisten Opfer der verarmten Hindu-Minderheit angehörten.

Gambia will Englisch nicht mehr als Amtssprache

Englisch soll in Gambia nach dem Willen von Präsident Yahya Jammeh nicht länger Amtssprache sein. Man müsse nicht länger dem Glauben anhängen, es müsse die englische Sprache gesprochen werden, um eine Regierung bilden zu können, sagte er. Er wolle eine Politikwende umsetzen, um eine örtliche Sprache zur Amtssprache zu machen. Das westafrikanische Land hatte kürzlich seinen Austritt aus dem Commonwealth erklärt, einer Vereinigung von 54 Ländern – vorwiegend ehemalige britische Kolonien. Das Land ist bei britischen Touristen beliebt, wird aber wegen Verletzung der Menschenrechte kritisiert.

Mindestens 45 Tote bei Selbstmordanschlag im Irak

Ein Selbstmordattentäter hat sich in der irakischen Stadt Hilla mit seinem Wagen in die Luft gesprengt und dabei mindestens 45 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei dem Anschlag an einem Kontrollpunkt der Sicherheitskräfte wurden am Sonntag weitere 174 Personen verletzt. Der Checkpoint war zum Zeitpunkt der Explosion stark frequentiert. Hilla liegt rund 100 Kilometer südlich von Bagdad. Die Zahl der Terrorakte ist im Irak in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Beobachter führen das auf den Bürgerkrieg in Syrien sowie auf den Streit zwischen Sunniten und Regierungschef Al-Maliki zurück.