Whistleblowing

Assange deutet neue Enthüllungen von Wikileaks an

Julian Assange hat per Videoschalte den Umgang mit der Affäre um die NSA-Überwachungsprogramme kritisiert – und selbst neue Enthüllungen seiner Internetplattform Wikileaks in Aussicht gestellt.

Die US-Regierung habe die durch den Informanten Edward Snowden publik gewordenen Geheimdienstaktivitäten nicht ernst genommen, sagte er am Sonnabend in einem Skype-Interview, das auf dem Internet-Festival „South by Southwest“ im texanischen Austin gezeigt wurde.

„Wir wissen, was passiert, wenn es der Regierung ernst ist“, fügte Assange hinzu. „Jemand wird gefeuert, zum Rücktritt gezwungen, strafrechtlich verfolgt, Ermittlungen (werden eingeleitet), ein Budget wird gekürzt. In den acht Monaten seit Edward Snowdens Enthüllungen ist nichts davon passiert.“ Vor den rund 3500 Teilnehmern des Festivals deutete Assange auch neue Wikileaks-Enthüllungen an, hielt sich jedoch über Details und Umfang bedeckt.

Zudem sprach der 42-Jährige über sein Asyl in der Londoner Botschaft Ecuadors. Dorthin war er im Juni 2012 geflüchtet, um einer drohenden Auslieferung nach Schweden zu entgehen, wo er sich wegen Vorwürfen der Vergewaltigung vor Gericht verantworten soll. Assange bezeichnet die schwedischen Vorwürfe als Teil eines Komplotts gegen ihn und befürchtet, dass er als Folge an die USA ausgeliefert werden könne. Seine Lebenssituation sei ein bisschen wie ein Gefängnis – nur mit etwas lockeren Besuchsregeln, sagte Assange.