Initiative

Bischofskonferenz soll ins „moralisch ausgebrannte“ Berlin

Kurienerzbischof Georg Gänswein steht einem Umzug der katholischen Deutschen Bischofskonferenz von Bonn nach Berlin offen gegenüber.

„Wenn eine geografische Standortänderung zu einer Verschlankung und Verbesserung führt, kann diese Initiative nur unterstützt werden“, sagte Gänswein der in Würzburg erscheinenden „Die Tagespost“. Weiter fügte er hinzu: „Entweltlichung ist ein verbal unausgesprochenes, aber sachlich höchst präsentes Stichwort im Pontifikat von Papst Franziskus.“

Im Februar hatte sich der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa für einen solchen Umzug ausgesprochen. Die katholische Kirche würde damit signalisieren, dass die Wiedervereinigung „nun bei allen deutschen Bischöfen angekommen ist“. Außerdem habe der Papst die Kirche aufgefordert, an die Ränder zu gehen. Der Osten Deutschlands und Berlin „gelten ja vielen im Westen als die religiös und moralisch ausgebranntesten Landschaften Deutschlands“. Dort müsse die Kirche öffentlich wahrnehmbar und präsent sein. Nach Ansicht des Bischofs wäre zudem eine mit dem Umzug verbundene Verschlankung des Apparats „ein großartiger Beitrag zur Entweltlichung der Kirche“.

Kommende Woche bestimmen 66 Bischöfe und Weihbischöfe auf ihrer viertägigen Frühjahrsversammlung in Münster einen neuen Vorsitzenden. Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch (75) gibt das Amt nach sechs Jahren aus Altersgründen auf. Wer auf ihn folgt, ist offen.