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Deutsche spendeten 2013 mehr als im Tsunami-Jahr

Das ist Rekord: Bundesbürger gaben 4,7 Milliarden für wohltätige Zwecke

Ganz so eisig, wie in bestimmten Kreisen gerne behauptet wird, ist die soziale Kälte in der Bundesrepublik doch nicht. Im Gegenteil: Die Deutschen haben im Jahr 2013 insgesamt 4,7 Milliarden Euro aus privaten Mitteln für wohltätige Zwecke gespendet. Das ist ein Rekord. Nicht einmal 2005, also in jenem Jahr, in das die Tsunami-Katastrophe fiel, zeigten sich die Deutschen so großzügig. Das ergab die Studie „Bilanz des Helfens“, die der Deutsche Spendenrat in Berlin vorgestellt hat.

Besonders bei großen Naturkatastrophen helfen die Deutschen gern mit Geld, und im letzten Jahr gab es mit der Flut in Deutschland und dem Taifun auf den Philippinen gleich zwei große Anlässe dafür. Als das Hochwasser im Frühsommer 2013 in Bayern und Ostdeutschland große Schäden anrichtete, spendeten die Deutschen ihren Landsleuten 265 Millionen Euro. Die Hilfe erfolgte unmittelbar: Allein im Monat Juni kamen 208 Millionen Euro zusammen, 101 Millionen Euro davon binnen zehn Tagen. Im November und Dezember erreichten sogar 365 Millionen Euro die Katastrophenhelfer auf den Philippinen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den insgesamt 251 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die „Bilanz des Helfens“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats basiert auf Daten von 10.000 Panelteilnehmern. Als Spende zählen die von Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen sowie gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden im Wert von mehr als 2500 Euro.

Wer spendet, spendet regelmäßig, und das am liebsten per Überweisung oder sogar im bequemen Dauerauftrag: Rund 54 Prozent der Spendeneinnahmen gehen auf diesem Wege bei den Hilfswerken ein. Das persönliche Anschreiben zur Finanzmittelakquise verliert an Bedeutung: Nur noch 24,4 Prozent der Spenden werden auf diesem Wege eingeworben (zuvor: 27,4 Prozent). Gleiches gilt für Sammelaktionen an Haustüren.

Die Höhe der Gaben steigt mit dem Alter. Zwar spenden 35 Prozent der Menschen aus der Altersgruppe zwischen zehn und 39 Jahren – anteilig die größte Gruppe –, aber ihre Spenden von durchschnittlich 91 Euro machen nur neun Prozent des Gesamtvolumens aus.

Währenddessen spenden 18 Prozent der über 70-Jährigen jeweils mit einem durchschnittlichen Volumen von 269 Euro. Mit diesem Wert sind sie Spitzenreiter und liefern 39 Prozent des gesamten Volumens. Die Anzahl der Mildtätigen liegt nur geringfügig über der des Vorjahres: Insgesamt haben 23,3 Millionen Personen – das sind 34 Prozent der deutschen Bevölkerung – im Jahr 2013 Geld gespendet.