Kirche

Privatsekretär des Papstes unterstützt Tebartz-van Elst

Dem Limburger Bischof sei „Unrecht geschehen“

Kurz vor der erwarteten Papst-Entscheidung über die Zukunft des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst melden sich prominente Unterstützer aus dem Vatikan zu Wort. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses und einer der beiden Privatsekretäre des Papstes, Erzbischof Georg Gänswein, sagte dem ARD-Hörfunkstudio Rom, Tebartz-van Elst sei „in vielen Punkten Unrecht“ geschehen.

„Und da muss man sich dagegen stellen und sagen: Das hat dieser Mann nicht verdient“, sagte Gänswein in dem am Dienstag im Sender WDR5 ausgestrahlten Beitrag: „Wenn das, was zu lesen war, Realität wäre, müsste man sagen: ‚Es ist ein Unmensch.‘ Aber da ist die virtuelle Realität von der konkreten Realität doch sehr unterschiedlich.“

Auch wird in dem Radiobeitrag der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, zitiert. „Man kann mit einem Menschen nicht so umgehen, dass er von Reportern gejagt wird, wo überall er sich aufhält“, sagte Müller, der Ende Februar von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben worden war. Zur Kardinalserhebung war auch Tebartz-van Elst nach Rom gereist.

Prüfbericht übergeben

Papst Franziskus hatte den Limburger Bischof im Oktober nach heftiger öffentlicher Kritik an den explodierenden Baukosten für seine mindestens 31 Millionen Euro teure Residenz vorläufig vom Dienst beurlaubt. Über die Zukunft des Bischofs will der Vatikan auf Grundlage des Berichts einer Prüfkommission entscheiden, die die Deutsche Bischofskonferenz eingesetzt hat. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte den Bericht am Montag dem Präfekten der Bischofskongregation im Vatikan, Kardinal Marc Ouellet, übergeben. Die Ergebnisse würden offengelegt, sobald die Beratungen der Bischofskongregation abgeschlossen seien, hieß es.

Ob Tebartz-van Elst zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche nach Münster komme, sei noch offen, sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Bei der Vollversammlung, die am Montag beginnt, wählen die Bischöfe einen Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Zollitsch.